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König Roger

Von Jürgen Berger

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© Berno Nix

Roger Federer hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren jede Menge Tiefschläge einstecken müssen. Als er bei großen Turnieren regelmäßig die entscheidenden Matches gegen Novak Djokovic oder Rafael Nadal knapp verlor, wurde ihm von Kritikern mehrfach nahegelegt, sich aufs Altenteil zurückzuziehen, bevor es für ihn zu einem unrühmlichen Karriere-Ende kommen würde.

Doch der nun 17-fache Grand-Slam-Sieger suchte nie nach Ausreden, glaubte weiter an sich und feierte im Londoner Tennis-Mekka seinen vielleicht größten sportlichen Erfolg. Einen Triumph über alle Zweifler, die ihn schon abgeschrieben hatten. Ein Ass quasi, das unterstreicht: König Roger regiert die Tennis-Welt.

Und das tut er als Sportsmann der alten Schule, der bei diesem für ihn magischen Moment trotz aller Genugtuung zu keinem verbalen Return ansetzt. Ein Gentleman, der nicht nur durch seine Ausnahmestellung auf den Centre Courts dieser Welt geachtet wird, sondern auch für sein soziales Engagement.

Trotz aller Superlative, die seine einzigartige Laufbahn beschreiben, ist der Vater von zweijährigen Zwillingen noch immer nicht am Ziel angekommen. Auch wenn er gerade wieder einen Punkt erreicht hat, der für viele der passende Moment für einen grandiosen Abgang wäre.

Doch der 30-jährige Basler geht seinen eigenen Weg. Noch gibt es Ziele. Olympia-Gold im Einzel zum Beispiel. Oder durch einen weiteren Wimbledon-Sieg im nächsten Jahr alleiniger Rekord-Champion zu werden.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 10.07.2012
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