DAS NACHRICHTENPORTAL

Dienstag, 28.02.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Fußball: TSG Hoffenheim verfällt bei der Niederlage in Wolfsburg in ein altes Strickmuster, das die Mannschaft eigentlich abgelegt zu haben schien

Schönspielerei reicht nicht für Europa

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 14.02.2017

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Fürst

Konsterniert nach der Niederlage in Wolfsburg: Die Hoffenheimer Niklas Süle (links) und Steven Zuber.

© dpa

Wolfsburg. Es war das erste Mal in seiner nun einjährigen Amtszeit, dass Julian Nagelsmann richtig deutlich wurde. Nach dem 1:2 von Wolfsburg war das sonst so smarte Lächeln des Hoffenheimer Trainers einer sehr ernsten Miene gewichen. "Es geht um die Denkweise. Wenn man dauernd auf die Tabelle schaut und ständig liest, wie toll man ist, da muss man schon eine helle Birne haben, um das richtig einordnen zu können", sagte Nagelsmann. Peng! Das saß!

Eigentlich hatte man nach dem Verlauf der Vorrunde, vor allem nach dem rauen Spiel in Frankfurt (0:0) gedacht, die TSG habe ihr jahrelanges Image der "Schönspielertruppe" abgelegt. Aber am Sonntag kam es wieder zum Vorschein. Rudy & Co. hatten nach der Pause den veränderten Charakter des Spiels nicht erkannt. Der VfL kam nach einer kernigen Kabinenpredigt ihres Trainers "mit den Messern zwischen den Zähnen" aus der Halbzeit. Die "Wölfe" spielten fortan "Männerfußball", die Hoffenheimer wollten weiterhin "ein bisschen kicken", wie es der Trainer ausdrückte. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr sehnte man den gesperrten "Aggressiv-Leader" Sandro Wagner herbei. Er hätte mit seiner Robustheit, seiner Präsenz und nicht zuletzt mit seiner unverblümten Ansprache auf dem Platz dem Team gut getan. "Wir hätten in den Zweikämpfen präsenter sein müssen", hatte auch Spielführer Sebastian Rudy erkannt und moniert, dass man "ein, zwei Prozent" nachgelassen habe.

"Das war blöd von mir"

Der 26-jährige Mittelfeldspieler übte wohlwollend Selbstkritik. Eigentlich war er schon mit einem "ich sage nichts mehr" an den Journalisten vorbeigehuscht, um Sekunden später wieder zu erscheinen und sich zu entschuldigen: "Das war blöd von mir." Rudy geht offensichtlich als gereifter Bundesliga-Spieler zu den Bayern. Doch das nur am Rande.

Mit Blick auf die Tabelle sagte "der Sechser: "Da haben wir eine Chance nicht genutzt." Anstatt auf Rang drei zu springen, reihte sich die TSG in die Gruppe der "Spitzengruppen-Verlierer ein." Julian Nagelsmann gestand ein: "Ich habe das erste Mal in meiner Amtszeit vor dem Spiel über die Tabelle gesprochen. Das hätte ich lieber sein lassen."

Das wird dem Trainer eine Lehre sein, und man darf als TSG-Fan nur hoffen, dass der Verlauf der Begegnung in Wolfsburg der Mannschaft eine Lehre war. Vor allem gegen vermeintliche Abstiegskandidaten gilt es zuerst, die Basiselemente des Fußballs zu erfüllen. Schon am Samstag gegen Darmstadt können die Hoffenheimer Profis zeigen, dass sie diese Lektion gelernt haben.

Diese Diskussion gab es in dieser Saison schon einmal: Nach dem 4:4 gegen Mainz. Da spielte 1899 vor der Pause auch mehr wie eine Zirkus- als wie eine Bundesliga-Truppe und lag 1:4 hinten. Es folgte eine Vorrunde, in der die TSG kein Spiel verlor. Also könnte sich der aktuelle Schuss vor den Bug durchaus positiv auf die weitere Runde auswirken. Denn ein bisschen "Kraichgau-Tiki-Taka" ist zu wenig für Europa.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 14.02.2017
  • Drucken
 
 
TICKER

Fußballbeilage 2015/16

Fußball in der Region

Unsere Sonderbeilage "Fußball in der Region" ist auch in diesem Jahr wieder voll gepackt mit Zahlen, Daten, Fakten und Hintergründen zur neuen Saison 2015/16. Die Online-Version mit allen Informationen von der Bundesliga bis zur Kreisklasse finden Sie hier in der Rubrik "Fußballbeilage 2015/16". [mehr]

Das freut und motiviert uns

Heute erscheint ausnahmsweise an einem Freitag ein "Spitz-Kick". Der Grund ist speziell, aber recht simpel: Heute wird die Fußball-EM in Frankreich eröffnet. Und vor zehn Jahren, zum Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Deutschland, gab es den ersten "Spitz-Kick". Wir feiern also gewissermaßen unseren… [mehr]

Gewichtheben

Nichts getan und trotzdem gewonnen

Nichts getan, trotzdem gewonnen: Auf diese knappe Formel lässt sich die sportliche Wochenendbilanz der Obrigheimer Gewichtheber bringen. Die hatten bereits vor einer Woche ihren letzten Wettkampf in der Bundesliga-Gruppenphase absolviert und den TB Roding mit 814:651,4 Punkten bezwungen. Unter die… [mehr]

Fußball

SV Wachbach den unter besten Vier

TSV Eutendorf - SV Wachbach 1:5 Die Partie fand auf dem Kunstrasenplatz in Obersontheim an. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit setzte Eutendorf mit dem 1:0 die erste Duftmarke. Nicht nur mit diesem Treffer bewies Neuzugang Martin Lenghel, dass er eine Verstärkung darstellt. In der 25. Minute… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL