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Odenwald-Tauber-Ticker

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Dr. Gunther Wobser: Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Lauda

"Bei uns kann man prima leben"

Warum ich gerne hier lebe: Bei uns kann man prima leben, man kennt die Nachbarn und die alltäglichen Dinge sind vor Ort erhältlich. Wichtig sind für mich gute Kindergärten und zukunftsfähige Schulen. Auch hier stehen wir gut da, es gibt aber Luft nach oben. Wen es in die Ferne zieht, der ist in gut einer Stunde am Frankfurter Flughafen Europas und mit dem Zug in viereinhalb Stunden in Hamburg. Die Mischung macht's: Mal eben zum Arbeiten nach Singapur und freitags mit Freunden grillen.

Mein Lieblingsplatz in der Region: Der Weg über die Weinberge Oberlaudaer Steinklinge und Lauder Altenberg ist wunderschön. Meistens herrliche Sonne, freie Sicht in das Tal und viele kleine romantische Weinberghütten. Am besten in Oberlauda den Rosenbergweg hoch, dann entweder über die Stufen am Rebgut abkürzen oder den Spaziergang locker in der Lauder Altstadt ausklingen lassen.

Mein Schlüssel für eine gute Zukunft: Wir haben bei uns gute Voraussetzungen. Aber der Wettbewerb der Regionen hat gerade erst begonnen. Basis einer guten Zukunft sind eine starke Wirtschaft, flexible und vorausschauende Behörden, gute Kindergärten und Schulen sowie ein aktives Miteinander in Vereinen und Organisationen. Ich sehe Tendenzen der hiesigen Städte, sich abzuschotten und auf den kurzfristigen Vorteil zu schielen.

Dieser Schuss geht nach hinten los. Auch innerstädtische Spannungen wie in Lauda-Königshofen und in Bad Mergentheim werfen uns nach hinten. Persönliche Eitelkeiten müssen hinter dem Ganzen zurückstehen. Wie in einem Unternehmen muss unsere Region strategisch vermarktet und dabei durch Bund und Land aktiv gefördert werden.

Damit das über die Grenzen des Kreises gehört wird, sind dafür ordentliche Budgets und mehr als One-Man-Shows notwendig. Warum denn nicht eine Institution des Landes in der Kreis bekommen, warum denn nicht eine schnelle Zuglinie nach Stuttgart mit Anschluss nach Paris und weitere Metropolen? Warum denn nicht einen Badesee in den Tauberauen mit großem Campingplatz? Warum nicht den sperrigen Namen Main-Tauber-Kreis mit dem Kennzeichen TBB aufgeben, den Badisch-Sibirien-Komplex ablegen und für ein starkes Tauberfranken werben?

Nur wer groß denkt, wird auch Großes erreichen.

Fränkische Nachrichten
30. September 2008


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