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Von unserem Redaktionsmitglied Klaus T. Mende
"Ja, wir können auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken." Wolfgang Brand, Geschäftsführer des Ausbildungsverbundes "fabi", spricht aus, was die Meinung vieler ist: Mit dessen Gründung hätten seinerzeit, am 12. Januar 1983, neun Wirtschaftsjunioren, darunter Dr. Manfred Wittenstein und Reinhold Barlian, einen Volltreffer gelandet. Denn seitdem sei in der Region für rund 1700 Jugendliche unter Mithilfe von "fabi" eine Ausbildungsstelle geschaffen worden. Doch auf diesen Zahlen wolle und werde man sich, so Wolfgang Brand, keinesfalls ausruhen: "Wir sind bestrebt, uns in Zukunft neu zu positionieren, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein."
Gemeinsam geht es besser: Der Ausbildungsverbund gibt mit seinen vielfältigen und breitgefächerten Aktivitäten wertvolle Impulse für die berufliche Ausbildung von Azubis des Landkreises und angrenzender Bereiche. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Verbund, der sich aus den Beiträgen seiner Mitglieder sowie einer Landesförderung finanziert, kaum mehr wegzudenken ist. "Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Handwerksbetriebe unsere Unterstützung in Anspruch nehmen würden, denn deren Anteil macht derzeit nur sieben bis acht Prozent der Mitgliedsfirmen aus", blickt Wolfgang Brand nach vorn.
"Letzten Endes profitieren alle Seiten von dieser Zusammenarbeit." Und so sei es nicht verwunderlich, dass neben vielen namhaften Firmen in der Region auch zahlreiche Kommunen unter den Mitgliedern zu finden sind. "Mit steigender Tendenz", verkündet der Geschäftsführer im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Schließlich müsse es im Sinne aller Unternehmen sein, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen, vor allem vor dem Hintergrund, dass sich ab 2010/11, auf Grund des demografischen Wandels, die Situation grundlegend ändern werde. "Dann wird es so sein, dass es voraussichtlich mehr Lehrstellen als Bewerber gibt." Deshalb könne es nur von Vorteil sein, sich für eine gute und qualitativ hochwertige Ausbildung einzusetzen, was sich "fabi" auf die Fahnen geschrieben habe. Auf einen Nenner gebracht: "Die Betriebe stellen den einen oder anderen zusätzlichen Ausbildungsplatz zur Verfügung und erhalten dadurch genügend Nachwuchs, um optimistisch nach vorn blicken zu können. Es ist somit ein Geben und Nehmen, alle Seiten ziehen ihren Nutzen daraus."
Die "Angebote" fliegen dem Verbund natürlich nicht so einfach ins Haus. Hierfür müsse schon einiges getan werden. So profitiert Wolfgang Brand zum Beispiel von den guten Kontakten der 18 Vorstands- und Beiratsmitglieder. Ebenso pflegt aber auch er "einen guten und regen Kontakt zu unseren Mitgliedsfirmen", bei denen er sich um den einen oder anderen Ausbildungsplatz bemühe.
Dies sei auch jetzt noch notwendig, denn zum augenblicklichen Zeitpunkt hätten in der Region rund 200 Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz. Aus diesem Grund sei es erforderlich, schon in den siebten Klassen der Hauptschulen die Kinder aktiv mit dem Thema Berufswahl zu konfrontieren und ihnen auch solche Ausbildungsberufe schmackhaft machen, die "auf Grund ungünstiger Arbeitszeiten oder zu viel Schmutz am Arbeitsplatz nicht so beliebt sind".
Wolfgang Brand, der hofft, dass seine Einrichtung künftig verstärkt vom europäischen Sozialfonds unterstützt wird, wenn das Land die Förderung zurückschraubt, sieht sich als Kämpfer an vielen Fronten, der auch auf Ehrgeiz und Motivation der Bewerber hofft, was ihm die Sache leichter mache. "Schließlich bedeutet die Jugend im Beruf die Zukunft." Deshalb sehe er es als ganz wichtig an, neue Aufgabenfelder zu erschließen, Existenzgründern tatkräftig zur Seite zu stehen sowie Migranten oder sozial Schwache bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen. "Bei uns stehen für alle, Ausbildungsplatzsuchende und interessierte Firmen, die Türen offen." Denn "fabi" will seine Erfolgsstory um zahlreiche Kapitel in Zukunft erweitern.
Fränkische Nachrichten
30. September 2008
Adresse der Seite: http://www.fnweb.de/regionales/ta/frankoniahaus/bildung/20080930_srv0000003142053.html