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Neue Dimension der Internetnutzung: Städtische Gebäude werden miteinander vernetzt / Drei „Hotspots“ für freies „Surfen“

Auf dem Weg in die „Buchen-Cloud“

Archiv-Artikel vom Freitag, den 30.08.2013

Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Greulich

Auf dem Weg in die "Buchen-Cloud": Die Vorbereitungen für die Vernetzung städtischer Gebäude laufen auf Hochtouren.

© Stadtwerke

Die Grundlage für die geplante Vernetzung städtischer Einrichtungen sind die Glasfaserkabel, die im Stadtgebiet verlegt wurden, oder noch werden.

© Greulich

Buchen. "Wir schaffen Zukunft - Schritt für Schritt, ohne stehen zu bleiben." Gerade ist das "BCHnet" erfolgreich eingeführt, das Geschäftskunden über Glasfaserleitungen eine neue Dimension der Internet-Übertragungsgeschwindigkeit eröffnet, da schüttelt der Geschäftsführer der Stadtwerke die "Buchen-Cloud" als weiteres As aus dem Ärmel. Über sie sollen auch die städtischen Behörden von den rasend schnellen Datenleitungen profitieren. In einem ersten Schritt werden neues Rathaus, Stadthalle und Altes Rathaus (mit Musikschule) angebunden und miteinander vernetzt.

Ohne Tempolimit

Auch die Bürger und Besucher profitieren vom technischen Fortschritt in der Stadt. Im Bereich der Stadthalle, am Marktplatz sowie auf dem Wimpinaplatz entstehen sogenannte "Hotspots", die - zeitlich begrenzt, dafür aber ohne Tempolimit - allen die kostenlose Auffahrt auf die Datenautobahn ermöglicht.

Das grobe Konzept wurde unter dem Titel "City IT & Infotainment" bereits im Juni dem Gemeinderat vorgestellt (die FN berichteten) und erntete große Zustimmung vom Gremium.

Kurt Hemberger tippt im Konferenzraum der Stadtwerke auf einer Tastatur herum. Auf dem Bildschirm vor ihm erscheint eine kleine Grafik, die mit jedem Knopfdruck wächst. Als es nicht mehr weitergeht, blickt Hemberger auf. "So könnte das Ganze dann bald mal aussehen."

Die Erläuterung zu der Grafik (siehe oben), auf der man neben Fotos von Stadthalle, altem und neuen Rathaus vor allem kleine Antennen, Kisten und Computer sowie gelbe Blitze erkennt, folgt zum Glück prompt.

Wie Hemberger erklärt, stehen die Fotos für die Einrichtungen, die vernetzt werden sollen oder können. Die kleinen Antennen sind sogenannte Accesspoints, die an verschiedenen Stellen im jeweiligen Gebäude installiert werden und den kabellosen Internet-Zugang über einen "Switch" - die Kisten - ermöglichen. Von jedem "Switch" führt eine Glasfaserverbindung (gelber Blitz) zum Dreh- und Angelpunkt des ganzen Systems - dem gut geschützten Daten-Zentrum am Hallenbad, wo alle Hochleistungsleitungen zusammenlaufen.

Eigene Netzwerke schaffen

Geschützt durch eine jeweils eigene Firewall können dann in den verschiedenen Einrichtungen Netzwerke geschaffen werden. "In der Stadtverwaltung wären zum Beispiel Server, Computer, Laptops und Telefonanlage gekoppelt. Gleichzeitig könnte man in der Stadthalle, wo der Netzempfang bislang alles andere als gut ist, blitzschnell auf Daten aus dem Rathaus zugreifen und diese für eine Präsentation nutzen oder für Tablet-Computer anwesender Personen zugänglich machen", so der Chef der Stadtwerke gegenüber den FN.

Das System eröffne ungeahnte Möglichkeiten. Denn so, wie man die drei genannten Gebäude miteinander vernetzen könne, lasse sich dieses "städtische Netzwerk" theoretisch unendlich ausweiten.

"Richtig viel Geld sparen"

Besonders erfreulich sei an der Sache, "dass man damit richtig viel Geld sparen kann". Da die Infrastruktur bereits vorhanden sei, müsse die Stadt für die Bereitstellung nur wenige tausend Euro in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite könne man durch die Nutzung eigener Ressourcen jedes Jahr eine fünfstellige Summe an Bereitstellungsgebühren für Telefon und Internet sowie Kosten für Hard- und Software einsparen.

Die Idee mit den "Hotspots" war fast eine logische Konsequenz: "Das ist ein Service, den wir Bürgern und Besuchern Buchens ohne großen Aufwand bieten können. Geplant ist, vorerst an den drei genannten Orten spezielle Router einzurichten. In einem bestimmten Umkreis kann man dann zum Beispiel für 30 Minuten kostenfrei surfen", macht Hemberger deutlich. Damit werde Buchen wieder ein gutes Stück moderner und attraktiver. Ganz nebenbei nimmt die Stadt mit diesem Projekt erneut eine Vorreiterrolle in der Region ein.

"Natürlich erfinden wir das Rad nicht neu. Solche Hotspots gibt es in Großstädten, auf Flughäfen und Bahnhöfen längst. Aber für eine verhältnismäßig kleine Kommune wie Buchen ist das schon was", ist Kurt Hemberger überzeugt. "Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur auf intelligente Art und Weise."

Zukunftsmusik

Noch einmal zurück zu Hembergers Grafik: Wer sie genau studiert, findet oben rechts auch das Schulzentrum und unten in der Mitte die Begriffe "Museum", "Musikschule", "Stadtbücherei", "Klösterle", "Feuerwehr" und "Verkehrsamt". Das sind Beispiele für weitere Einrichtungen, die in die "Buchen-Cloud", die Summe der vernetzten Einrichtungen, integriert werden könnten.

Hemberger: "Das ist Zukunftsmusik. Je länger man aber darüber nachdenkt, desto mehr wird einem klar, was sich da für Möglichkeiten auftun."

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 30.08.2013
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