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„Adelsheim leuchtet“: Gesamtkunstwerk aus Licht, Feuer, Bild und Ton folgt den Schlüsselbegriffen „Winter – Zauber – Wald“ / Weihnachtsbaum erstrahlt in hellem Licht

Vom Zauber der Märchen und Schlösser

Archiv-Artikel vom Montag, den 12.12.2016

Bauwerke und Parkanlagen machen den Adelsheimer Schlosspark zu einem Gesamtkunstwerk aus Licht, Feuer, Wasser, Bild und Ton.

© Tim Krieger

Beeindruckend: Eine mit Tausenden von Lichtern geschmückte Fichte.

Sie sind schon zum Bestandteil der Adelsheimer Weihnachtszeit geworden: die zauberhaften "Projektionen, Lichtinstallationen, Illuminationen".

Adelsheim. Videokünstler Louis von Adelsheim inszeniert sie mit seinem Team im Schlosspark und fügt dabei auf harmonische Weise Bauwerke und Parkanlagen zu einem Gesamtkunstwerk aus Licht, Feuer, Bild und Ton zusammen.

In diesem Jahr folgt dieses Ereignis den Schlüsselbegriffen "Winter - Zauber - Wald". Dahinter verbirgt sich zunächst die visuelle Begegnung mit drei Künstlern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die auf ganz unterschiedliche Art Märchen- und Traumwelten geschaffen haben. Da ist der bayerische Künstler Christian Jank, dessen Werk in engem Zusammenhang zu den Zauber- und Kunstwelten des bayerischen Königs Ludwig II. steht - so schuf er Bühnenbilder zu Werken des von Ludwig II. so geschätzten Richard Wagner. Und von ihm stammen die Entwürfe zu Neuschwanstein, steingewordener Inbegriff des Märchenschlosses.

Bildzitate "verarbeitet"

In Adelsheim sind Bildzitate aus seinem Schaffen in den Projektionen und Installationen verarbeitet, darunter auch Entwürfe für Ludwig II. zum Schloss Falkenstein, das der König mit Jank bauen wollte - was aber durch den tragischen frühen Tod des Monarchen verhindert wurde.

Dann begegnet der Besucher dem künstlerischen Erbe zweier Buchillustratoren aus dem "L'Âge d'Or d'Illustration" dem so genannten goldenen Zeitalter der Illustration, das seine Blüte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte. Louis von Adelsheim wurde auf diese Künstler in der (Wieder-)Begegnung mit alten, opulent mit Bildern ausgestatteten Büchern aufmerksam und lädt jetzt dazu ein, sie ebenfalls zu entdecken.

Der Engländer Arthur Rackham und der Franzose Edmund Dulac widmeten sich in ihrer eigenen Bildsprache oft der Illustration zauberhafter, märchenhafter Literatur, im Schlosspark werden diese Bildwelten auf natürlich gewachsenen und von Menschenhand errichteten Projektionsflächen lebendig.

Und da ist eine Spiegelinstallation zu sehen, in der der im Allgäu lebende Maler Uwe Neuhaus ein Zauberwald-Gemälde entstehen lässt, der auch an anderen Stellen im Park märchenhafte Orte geschaffen hat. Überall im Park leuchten Fackeln, illuminieren Lichter Wege und Plätze. In den Bäumen tanzen Bildprojektionen - da sausen wie im Traum Fliegende Hunde durchs Geäst, leben die Bilderwelten der Märchenkünstler auf. Auf den Fassaden erscheinen Schlossvisionen von Christian Jank, an anderer Stelle tanzen Schneeszenen über imaginäre Märchenhäuser.

Ein Platz zum Träumen

Es ist ein Platz zum Träumen geworden und es fällt leicht, sich in eine andere Zeit hineinfallen zu lassen. Gekrönt wird der leuchtende Schlosspark im wahrsten Sinne des Wortes durch eine mit Tausenden von Lichtern geschmückte Fichte - mit 36 Metern ganz sicherlich der höchste Weihnachtsbaum weit und breit. Schon am Eröffnungsabend strömten die Besucher durch die Anlagen, ließen sich von den Bilderwelten verzaubern. An der Oberschlossbar lädt der Verein "Adelsheim leuchtet" zur Bewirtung ein. Wie schon bisher wird auch bei diesem "Adelsheim leuchtet" kein Eintritt erhoben, für den Zauber möge jeder geben was, er kann. tk

© Fränkische Nachrichten, Montag, 12.12.2016
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