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Jugendzentrum in Osterburken: Keine Resonanz auf Angebot der Stadt / Seit Oktober 2016 geschlossen

Ungewisse Zukunft für das „future“

Vor einer ungewissen "future" steht das gleichnamige Jugendzentrum in Osterburken. Die Stadt hatte Jugendliche zu einem Gespräch eingeladen, doch sie kamen nicht.

© Marcel Sowa

Osterburken. Wie geht es weiter mit dem Osterburkener Jugendzentrum "future"? Um diese Frage zu beantworten, hatte die Stadt für Mittwochnachmittag ein Treffen organisiert, zu dem eigentlich auch Jugendliche eingeladen waren. Das Problem: Sie kamen nicht.

Bürgermeister Jürgen Galm zeigte sich genauso wie die Mitglieder des Gemeinderates enttäuscht über die mangelnde Resonanz, nachdem die Stadt fleißig die Werbetrommel gerührt hatte. Die Verwaltung legte extra Einladungsflyer an den Schulen aus und startete im örtlichen Mitteilungsblatt unter dem Motto "Wir brauchen dich!!!" einen Aufruf an die Jugendlichen. Grund für das geplante Treffen war, dass das "future" seit Oktober 2016 geschlossen ist, da sich die beiden zuständigen Sozialarbeiterinnen im dreijährigen Erziehungsurlaub befinden.

Jugendliche direkt ansprechen

"Vielleicht müssen wir uns selbst hinterfragen, ob wir mit unserer Werbung auch wirklich die Jugendlichen erreicht haben. Das Mitteilungsblatt liest ja schließlich nicht jeder", meinte Bürgermeister Galm. Er machte den Vorschlag, dass man vielleicht die Jugendlichen direkt ansprechen müsse, um auf das Jugendzentrum aufmerksam zu machen. "Je länger das Zentrum geschlossen bleibt, desto weniger wird es vermisst", meinte er. In der nächsten Sitzung des Gemeinderates soll jedenfalls beraten werden, wie es mit der Einrichtung weitergehen soll. Seinen Ursprung hat der Treffpunkt im Jahr 1998, als die Stadt in der alten Musikschule ein Jugendbüro einrichtete. Anfangs zunächst ehrenamtlich geführt, waren zuletzt zwei eigens dafür angestellte Sozialarbeiterinnen zuständig und organisierten beispielsweise Ausflüge oder schrieben mit den Jugendlichen Bewerbungen. Doch in den vergangenen drei bis vier Jahren ging die Resonanz immer mehr zurück, teilte Galm mit. Zudem kamen vermehrt die jüngeren Altersgruppen. "Das ist ja auch nicht im Sinne der Jugendlichen, wenn sich hier Kinder aufhalten."

Und noch ein weiteres Problem macht dem "future" zu schaffen: Viele Jugendliche sind bereits in anderen Vereinen aktiv und treffen sich dort regelmäßig. "Das Angebot macht es schwieriger für das Zentrum", so Hauptamtsleitern Elke Ander. Vielleicht müsse man auch mit Kreisjugendreferent Rainer Wirth in Kontakt treten, um nach einer Lösung zu suchen, lautete ihr Vorschlag. Bürgermeister Galm stimmte dem zu und machte noch auf eine weitere Schwierigkeit aufmerksam: "Wir haben die Stelle als Leiter des Jugendzentrums bereits mehrmals ausgeschrieben, aber der Markt scheint wie leer gefegt."

Er habe den Eindruck bekommen, dass viele Sozialarbeiter die unregelmäßigen Arbeitszeiten abschrecken würden. Man stehe zwar nicht unter Druck, das Zentrum unbedingt fortführen zu müssen, sagte Galm. "Aber wenn die Räumlichkeiten nicht genutzt werden, ist das auch schade." ms

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 17.03.2017
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