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Bauländer Heimatmuseum: Adelsheimer Notgeld aus der Zeit der Weimarer Republik wird im Dachgeschoss ausgestellt

„Millionenspende“ für das Museum

Ilse und Christoph Schmidt mit Bürgermeister Klaus Gramlich und Museumskustos Günter Wörner bei der Übergabe der "Zwei Millionen Mark Adelsheimer Notgeld".

© Häfner

Adelsheim. Im ersten Moment erstaunt war Bürgermeister Klaus Gramlich, als ihm bereits vor ein paar Monaten per E-Mail zwei Millionen Mark als Geschenk für die Stadt Adelsheim angeboten wurden.

Seinerzeit hatte sich Christoph Schmidt aus Offenburg mit der Stadtverwaltung Adelsheim in Verbindung gesetzt und diese "Spende" in Aussicht gestellt. Er erklärte aber auch gleich, dass es sich bei dieser "Geldsumme" um vier historische Geldscheine à 500 000 Mark aus dem Jahre 1923 handelt.

"Geldübergabe"

Nun waren die Eheleute Ilse und Christoph Schmidt zur "Geldübergabe" nach Adelsheim angereist. Mit im Gepäck hatten sie diese besonderen "Zahlungsmittel" - bei denen es sich um Notgeld der Stadt Adelsheim aus der Zeit der Weimarer Republik handelt.

1923 gab es in Deutschland eine derartig rasante Geldentwertung (Hyperinflation), dass die deutsche Reichsbank mit der Herstellung von Geldscheinen nicht mehr hinterher kam und einige Kommunen selbst Ersatzzahlungsmittel herstellten.

So ließ auch die Stadt Adelsheim Geldscheine drucken, die neben der offiziellen Währung (Reichsmark) als Zahlungsmittel in Umlauf kamen.

Diese Notgeld-Millionen wurden von der "Stadtgemeinde Adelsheim" am 22. August 1923 ausgegeben. Die Geldscheine tragen die Unterschrift des damaligen Bürgermeisters Gustav Herrmann.

Gustav Herrmann war der Großvater von Christoph Schmidt, dessen Mutter aus Adelsheim stammte. So kamen diese Geldscheine über den Enkel des damaligen Stadtoberhauptes wieder an den Ort ihrer Herstellung zurück. Diese "Zwei Millionen Mark" hatten im September 1923 gerade noch etwa den Wert, den 20 Reichspfennige im Jahre 1914 hatten.

Nur kurz schwelgte man in Gedanken und überlegte, was man mit dem Geld alles für die Bürger der Stadt hätte machen können, wenn es sich um zwei Millionen Euro anstatt um dieses historische Notgeld gehandelt hätte.

Wieder einmal im Bauland

Das Ehepaar Schmidt freute sich über die Begrüßung im Rathaus und nahm diese Reise nach Adelsheim gern zum Anlass, um wieder einmal ins Bauland zu kommen. Christoph Schmidt erzählte von seinen Vorfahren, die hier lange Jahre im "Herr-mann'schen Haus" eine Gerberei betrieben hatten. Dieses Gebäude ist schon lange abgebrochen und befand sich im Bereich des heutigen Mühlkanals beim heutigen Anwesen von Walter Fischer.

Bürgermeister Klaus Gramlich bedankte sich für die "Geld-Spende" und nahm die "Zwei Millionen Mark" zusammen mit Museumskustos Günter Wörner als Exponate für das Bauländer Heimatmuseum entgegen. Bevor die Schmidts wieder ihre Heimreise antraten, führte sie Günter Wörner noch durch das Bauländer Heimatmuseum und gab so einen Einblick in die Geschichte der näheren Heimat.

Dort bleiben die Geldscheine der Nachwelt erhalten und werden in den Vitrinen im Dachgeschoss ausgestellt. jüh

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 13.07.2012
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