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In der evangelischen Kirche Adelsheim: Gottesdienst zur Reformation / Singkreis, Bezirksposaunenchor und Organist umrahmten den Abend

„Des Luthers Wittwe klagte hart“

Der "Singkreis", der Bezirksposaunenchor und Werner Künzel an der Orgel umrahmten den Gottesdienst musikalisch.

© Häfner

Der Bezirksposaunenchor in Aktion.

Adelsheim. Anlässlich des Jahres der Kirchenmusik zelebrierte Pfarrerin Angelika Bless am Sonntagabend in der evangelischen Kirche Adelsheim einen Gottesdienst, der von konzertanter Musik umrahmt war und und bei dem Martin Luthers Ehefrau, Katharina von Bora, und die Reformation im Mittelpunkt standen.

Die Zuhörer lauschten gebannt der Kirchenmusik des Bezirksposaunenchors unter der Leitung von Artur Kunkel, den Sängerinnen des Singkreises, dirigiert von Sylke Deimel und der Orgelmusik von Werner Künzel. Bei den Dialogen, dargeboten von Sylke Deimel, Bettina Läpple, Ulrike Egner-Kniehl, Sonja Frank und Christine Korbmann, wurden Einblicke in das Leben von Katharina von Bora vermittelt.

Der Bezirksposaunenchor begrüßte musikalisch mit einer Eingangsintrade von Johann Gröh, an der Orgel begleitet von Werner Künzel. Pfarrerin Bless hieß die Gläubigen willkommen und betonte, Martin Luther sei in einer Zeit großer Veränderungen geboren worden.

Luther macht Mut

Luther habe die "andere Seite" des Glaubens erkannt und viel verändert, was Mut mache. Es habe allerdings lange gedauert, bis die Freiheit des Glaubens sich durchsetzen konnte. "Luther war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort", so die Pfarrerin.

In den dann folgenden Dialogen wurde das Leben und Wirken von Katharina von Bora dargestellt. Luthers spätere Ehefrau wurde am 29. Januar 1499 in Lippendorf/Sachsen geboren. Mit sechs Jahren, nach dem frühen Tod ihrer Mutter, kam sie in eine Klosterschule, im Jahr 1508 ins Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma, wo sie 1515 ihr Gelübde ablegte. Hier las sie die ersten Schriften des Reformers Martin Luther, worauf bei ihr der Gedanke zur Flucht reifte. Diese gelang ihr am Karsamstag 1523 in einem Versorgungswagen. Sie konnte allerdings nicht nach Hause, weil dort auf die Rebellion und das Brechen des Gelübdes die Todesstrafe stand.

So zog Katharina von Bora mit neun ihrer Ordensschwestern nach Wittenberg, wo Martin Luther sie aufnahm und in Häusern seiner Freunde versorgte.

Am 13. Juni 1525 ehelichte Katharina von Bora Martin Luther. Das Ehepaar bekam sechs Kinder, wohnte in einem Kloster und beherbergte Studenten, Vertriebene und Verwaiste. Für seine Bücher und Vorlesungen nahm Luther kein Geld. Seine Ehefrau hielt jedoch jeden Gulden zusammen. Im Jahr 1546 verstarb Martin Luther.

Luther war eher der Theoretiker und seine Frau die praxisnahe, legten die Darstellung nahe. Nach Luthers Tod erbte seine Frau das gemeinsame Vermögen. Doch die Pest und der Krieg verwüsteten Wittenberg und ihre Besitztümer. Ulrike Egner-Kniehl, die Luthers Ehefrau darstelle sagte: "Des Luthers Wittwe klagte hart. Sechs Jahre kämpfe ich nun ohne Dich. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den Nöten. Käme Christus jetzt und hier vorbei, ich hängte mich wie eine Klette an sein Kleid".

Auf einer erneuten Flucht mit Pferden und Wagen im Jahr 1552 fuhr sie nach Torgau. Als die Pferde scheuten, sprang sie vom Wagen und stürzte in einen Wassergraben.

Dabei zog sie sich eine Lähmung und eine Erkältung zu, von der sie sich nicht mehr erholte. jüh

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 31.10.2012
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