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Baugebiet Fluräcker: Ausgrabungen werden in dieser Woche beendet / Deutschordensmuseum erhält besonderes Exponat

Die Archäologie sprechen lassen

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 26.06.2012

Von unserer Mitarbeiterin Marianne Schober

Eine Mitarbeiterin aus dem Team von Grabungsleiter Gerhard hellinger bei der Ausgrabung eines der letzten Skelette.

Dr. Andreas Thiel, Archäologe und Konservator am Landesamt für Denkmalpflege Esslingen, zeigt einen Metallring aus der frühen Bronzezeit.

© Marianne Schober

Bei den Ausgrabungen wurde auch ein Töpferofen aus der Keltenzeit freigelegt.

Markelsheim. Das Liebliche Taubertal war schon immer ein Magnet für alle, die wussten, wo es sich gut leben lässt. Dafür sorgen die günstige Nähe zum Wasser genauso wie der fruchtbare Boden. Das war schon vor vielen Jahrtausenden so.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass bei den archäologischen Ausgrabungen im Baugebiet Fluräcker in Markelsheim Funde aus längst vergangenen Zeiten zu Tage gefördert wurden (wir berichteten).

Der zuständige Archäologe und Konservator des Landesamtes für Denkmalpflege in Esslingen, Dr. Andreas Thiel, sprach von einer "kunterbunten Mischung", die durch die Ausgrabungen gefunden wurde. Denn es konnten Spuren menschlicher Existenz nachgewiesen werden, die sich auf die Zeit von ungefähr 2500 vor Christus bis 500 nach Christus datieren lassen.

Die Ausgrabungen, mit denen im Herbst letzten Jahres begonnen worden war, sollen nun bis zum Ende der Woche beendet werden. Damit können die wegen der Funde unterbrochenen Arbeiten in dem Baugebiet wieder aufgenommen werden. Gelohnt haben sich die Grabungen vor allem für das Bad Mergentheimer Deutschordensmuseum: Einer der Funde, ein hervorragend erhaltenes Grab samt Skelett geht in dessen Bestand über.

Für das Team um Grabungsleiter Gerhard Hellinger gibt es jetzt nicht mehr viel zu tun.

Das war aber nicht immer so. Seit letzten Herbst hat das Team rund 30 gut erhaltene Gräber aus der sogenannten "Schnurkeramikzeit", einer Phase der Spätsteinzeit, freigelegt. Der Name "Schnurkeramik" leitet sich von der damaligen Gestaltung von Tongefäßen ab: in sie wurden, deutlich erkennbar, Schnüre eingearbeitet. Dadurch entstand ein besonderes Muster.

"Von den Menschen selbst haben wir allerdings wenig Vorstellungen", sagte Andreas Thiel am Montagnachmittag bei einer öffentlichen Präsentation der bisherigen Arbeit. Fragen nach dem Lebensstil oder der Religion könnten nicht eindeutig beantwortet werden.

Die einzige Möglichkeit, vielleicht eine Ahnung vom früheren Leben zu bekommen, ist die Wissenschaft. Thiel rät dazu, "die Archäologie sprechen zu lassen". Durch chemische Untersuchungen an den Zähnen der gefundenen Skelette könne, so Thiel, mit Hilfe einer Zahnschmelzanalyse die genaue Isotopenzusammensetzung ermittelt werden. Diese gebe nicht nur Auskunft darüber, ob der prähistorische Mensch an Karies litt, sondern auch darüber, ob er sich sein Leben lang in der Markelsheimer Umgebung aufgehalten habe oder nicht.

Anhand zahlreicher Grabbeigaben, die ebenfalls sichergestellt wurden, können beispielsweise Rückschlüsse auf den sozialen Status gezogen werden. So fand man in einem Grab direkt neben dem Skelett eine Hammeraxt, ein Werkzeug aus Stein, das nur selten zu finden und deshalb wertvoll ist: In ganz Baden-Württemberg hat man nur fünf dieser Werkzeuge gefunden. Thiel leitet hiervon ab, dass der Mann in dem Grab sozial höher stand.

Ebenfalls besonders ist das Grab einer Frau in der unmittelbaren Nähe. Bei ihr wurde eine Halskette aus Hundeknochen entdeckt: auch dies sei ein Hinweis auf eine höhere Stellung in der Gesellschaft. Das Skelett dieser Frau samt Grab wird nun geborgen und konservatorisch bearbeitet, damit der aus Lehm bestehende Grabboden nicht austrocknet und zerbröselt.

In absehbarer Zeit wird dieses historische Gut dann zusammen mit dem Hockergrab aus Althausen im Deutschordensmuseum ausgestellt. Zuvor muss aber noch reichlich wissenschaftliche Arbeit betrieben werden, um auch die Geschichte des Fundes darstellen zu können. Eine sinnvolle Bebilderung soll den Exponaten außerdem hinzugefügt werden.

Die anderen Funde wurden sichergestellt, indem sie fotografiert, abgemessen und in Zeitungspapier eingewickelt wurden. Zusammen mit einer detaillierten Beschreibung gehen die Funde nach Rastatt ins Zentrallager.

Die Knochen werden schließlich noch von einem Anthropologen hinsichtlich Alter, Geschlecht und möglicher Krankheiten untersucht. Erhaltene Tontöpfe werden restauriert.

Die große Hoffnung der Archäologen, eine Siedlung aus dieser Zeit zu finden, wurde allerdings in Markelsheim nicht erfüllt. Aus Erfahrung weiß Dr. Andreas Thiel, dass sich eine zu dem Gräberfeld gehörende Siedlung wahrscheinlich weiter in Richtung Fluss und damit näher am Wasser befinden könnte. Dort wurde allerdings schon die Trasse für das neue Baugebiet geschoben. Die Ergebnisse der Ausgrabungen wird Dr. Andreas Thiel am Mittwoch, 4. Juli, um 19.30 Uhr in einen fundierten Vortrag im Deutschordensmuseum vorstellen.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 26.06.2012
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