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Laudaerin leistete Hilfe vor Ort: Kathrin Kollmar hat während ihres Chileurlaubs in Linares die verheerenden Waldbrände erlebt und mit angepackt

Naturkatastrophe stürzt Menschen in Not

Von unserem Redaktionsmitglied Heike von Brandenstein

In Portezuelo, eine Stunde von Linares entfernt, wütete das Feuer besonders stark. Kathrin Kollmar hatte sich dort einem Trupp Freiwilliger angeschlossen, um feuerbegrenzende Gräben auszuheben.

© dpa

Kathrin Kollmar und ihre chilenischen Freunde versorgen Menschen vor Ort mit Wasser und Lebensmitteln.

© Sell

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Urlaub wollte Kathrin Kollmar im chilenischen Linares machen und Freunde wiedersehen. Doch dann geriet die Laudaerin in die verheerendste Waldbrand-Katastrophe, die das Land je erlebt hat.

Lauda-Königshofen. Seit ein paar Tagen ist die gebürtige Laudaerin Kathrin Kollmar wieder in der Heimat. Als sie Linares - 320 Kilometer südlich von Santiago de Chile im Landesinneren gelegen - verließ, brannte es noch im Vorgebirge der Anden.

Fernsehen schaut die 29-Jährige in Chile so gut wie nie. Schließlich will sie bei ihrer einstigen Gastfamilie, die sie während ihres Caritas-Volontariats vor sechs Jahren kennegelernt hat, Urlaub machen. Einmal pro Jahr gönnt sie sich das. Im Winter, versteht sich, denn dann ist in Chile Sommer.

Doch als die Feuerwehrsirenen ständig zu hören und Hilfskräfte immer häufiger zu sehen sind, bricht sich auch bei Kathrin Kollmar ein gewisses Unbehagen Bahn. Sie informiert sich per Fernsehen und Internet. Als dann ein Löschflugzeug über das Haus fliegt, um den Brand zu bekämpfen, löst das eine riesige Rauchwolke aus, die in die Stadt zieht. "Wir konnten das Haus nicht verlassen, so dicht war der Qualm", erinnert sich die junge Frau.

Aus Unbehagen wird Furcht. "Das Feuer war ganz in der Nähe", so Kathrin Kollmar. Sie kontaktiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Deutschland per E-Mail. Sie berichtet, dass sie sich in der Región Maule befindet, einer der vom Feuer am schlimmsten betroffenen Landesteile. Dass alle überfordert sind, es an Struktur, Koordination und Anleitung der Menschen mangelt, die helfen wollen, dass die Präsidentin so lange gezögert habe, bis sie internationale Hilfe angefordert habe. "Ich habe einfach geschrieben, was vor Ort los ist", sagt sie.

Die Behörde antwortet prompt. Die internationale Hilfe werde bereits koordiniert, Experten seien entsendet und die Zivilschutzmechanismen aktiviert, heißt es. Auch ein Hinweis auf die Deutsche Botschaft, an die sich immer wenden könne, fehlt nicht.

Kathrin Kollmar, die hauptberuflich beim Caritasverband im Tauberkreis als Sozialpädagogin arbeitet, beschließt, gemeinsam mit ihren chilenischen Freunden zu helfen. Schließlich kennt sie Land und Leute, hat ein halbes Jahr in Chile gelebt und ist bereits zum sechsten Mal in Linares. Wasser und Lebensmittel werden eingekauft, um sie an die ohne Unterlass gegen die Brände kämpfenden Feuerwehrleute zu verteilen. Doch als sie am vermuteten Einsatzort ankommen, ist dort niemand. Also beginnen sie, Glutnester zu löschen und schwelende Äste von den Bäumen zu schneiden, um ein erneutes größeres Aufflackern des Brandes zu verhindern. Unterwegs haben sie bereits gesehen, was das Feuer angerichtet hat: Zerstörte Häuser, eine komplett ausgebrannte Schule.

"Man kann sich so etwas einfach nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat", ist sich die 29-Jährige sicher. Deshalb fotografiert und filmt sie, was sie sieht. Und sie hilft natürlich weiter. Ein Internetaufruf weckt ihre Aufmerksamkeit. Da werden Leute gesucht, die in Portezuelo, wo das Feuer mächtig tobt, mit anpacken.

Kathrin Kollmar fährt hin, schließt sich der etwa 30-köpfigen Gruppe, die sich den Namen "Brigada Fantasma" gibt, an. Hacken und Rechen hat jeder dabei, andere Hilfsmittel stellt der Organisator. Gräben werden ausgehoben, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Alle arbeiten Hand in Hand. Ab und an fliegt ein Hubschrauber mit riesigen Löschwasserbeuteln am Seil über sie hinweg, Machmal werden sie nass. Das Feuer ist nah, die Gruppe spürt die Hitze.

Kathrin Kollmar hört viele Geschichten. Eine Frau erzählt, dass sie ihr Hab und Gut zu einer Verwandten gebracht habe, weil klar war, dass das eigene Haus niederbrennen werde. Dann drehte der Wind und sowohl das eigene Haus als auch das der Cousine wurde vom Feuer niedergewalzt. Jetzt besitzt sie nur noch ihr Auto, in dem sie auch schläft.

"Die Not ist groß", weiß Kathrin Kollmar. Deshalb setzt sie sich mit ihrem Arbeitgeber in Verbindung. Ihre Bereichsleiterin beim Caritasverband im Tauberkreis, Beate Maier, unterstützt sie. Der Kontakt zu Caritas International wird hergestellt, ein Spendenkonto eingerichtet. Kathrin Kollmar hofft auf Unterstützung. Sie selbst will dafür Sorgen, dass Spendengelder auch wirklich ankommen und nachhaltig eingesetzt werden.

INFO: Das Spendenkonto lautet: Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC: BFSWDE33KRL, Stichwort: "Caritas im Tauberkreis hilft Chile". Ein Film von Kathrin Kollmar über die Waldbrände, die verzweifelten Löscharbeiten sowie die Situation vor Ort ist auf dem YouTube-Kanal der Fränkischen Nachrichten zu sehen.Hier der Link: https://youtu.be/tn9G5ZEpGG0

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 10.02.2017
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