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Leserbrief: Zu „Entwurf sieht eine Reihe von Schutzmaßnahmen vor“, FN 1. Februar

„Verkehrssituation auf dem Turmberg ist unbefriedigend“

Archiv-Artikel vom Samstag, den 04.02.2017

Von Brigitte Umminger, Dipl.-Ing. Jürgen Umminger

Mit Interesse haben wir den Bericht über den Lärmaktionsplan für Lauda-Königshofen gelesen. Wir begrüßen es, dass an der Ortsdurchfahrt von Königshofen auch die Ausweisung einer Tempo-30-Zone, geschwindigkeitsreduzierende Umgestaltungen sowie Geschwindigkeitsüberwachung vorgesehen sind.

In diesem Zusammenhang möchten wir jedoch auch auf die unbefriedigende Verkehrssituation auf dem Turmberg hinweisen. Im dortigen Wohngebiet ist bereits eine Tempo-30-Zone eingerichtet, allerdings halten sich sehr viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung.

Insbesondere auf der langen Geraden der Bürgermeister-Weid-Straße zwischen der Alois-Kimmelmann-Straße und der Sailtheimer Straße rasen viele Verkehrsteilnehmer mit 50 km/h und mehr durch das Wohngebiet. Unter den Geschwindigkeitssündern sind oftmals auch die tonnenschweren Vierzigsitzer der meist kaum besetzten Linienbusse, die von der VGMT betrieben werden. Durch die vielen Raser entsteht in diesem Bereich Gefahr für Leib und Leben der Fußgänger und Radfahrer, die hier unterwegs sind - darunter auch viele Kinder und Schüler. Es ist daher unverständlich, warum nicht nur das "Anlieger frei"-Schild, sondern auch das "Achtung Fußgänger"-Schild entfernt wurde.

Eine Hochrisiko-Zone sehen wir insbesondere in dem noch vergleichsweise jungen Verbindungsstück der Bürgermeister-Weid-Straße von oberhalb des Friedhofs zur Sailtheimer Straße. Auf diesem Teilstück gibt es nicht einmal einen Gehweg geschweige denn eine Straßenbeleuchtung. Gerade bei Dunkelheit und im Kurvenbereich sieht man Fußgänger oft erst im letzten Moment. Diese Situation empfinden wir als äußerst gefährlich und verantwortungslos.

Trotz mehrfacher Hinweise auf die Raser-Problematik im unteren Bereich der Bürgermeister-Weid-Straße sowohl bei Herrn Bürgermeister Thomas Maertens, der Stadtverwaltung, einzelnen Gemeinderäten, dem Landratsamt und der VGMT hat sich bis dato nichts an der hochgefährlichen Situation und der Raser-Problematik geändert.

Wir fordern die Stadt Lauda-Königshofen und seinen Gemeinderat daher dazu auf, sich auch dieser Problematik anzunehmen und Leib und Leben seiner Bürger in diesem Bereich besser zu schützen. Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass nur punktuelle Geschwindigkeitsüberwachungen bzw. "Sie fahren __ Km/h"-Geschwindigkeitsmesssysteme keinen nachhaltigen Erfolg bringen. Sinnvolle Lösungen wären beispielsweise schräg verlaufende Fahrbahnvertiefungen oder andere geschwindigkeitsreduzierende Umgestaltungen.

Mit Spannung erwarten wir darüber hinaus den von Bürgermeister Maertens angekündigten Sachstand zur geplanten Ortsumgehung in Königshofen.

Nachdem zahlreiche Königshöfer Ende letzten Jahres eine Bürgerinitiative gegen die Trassenführung über den Turmberg gegründet haben und sich bereits bei einer Bürgerbefragung im Jahr 2007 eine überwältigende Mehrheit von 90,6 Prozent der wahlbeteiligten Königshöfer gegen diese Variante ausgesprochen hat, erwarten wir von Bürgermeister Thomas Maertens und dem Gemeinderat - also den gewählten Volksvertretern - den Willen der großen Mehrheit der Königshöfer Bürger nicht einfach zu ignorieren und von der vorgesehenen Ostvariante über den Turmberg Abstand zu nehmen.

Zumal die geplante Ostvariante durch Königshofen zu kurz gedacht ist. Was ist denn mit Unterbalbach und Edelfingen?

Baut man jetzt die Ostvariante durch Königshofen und überlegt dann in ein paar Jahren, wie man Unterbalbach und Edelfingen umfahren kann? Viel besser wäre doch eine ganzheitliche Umgehungsstraße über den Mehlberg, die neben Königshofen gleichzeitig auch Unterbalbach und Edelfingen einbezieht.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 04.02.2017
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