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Leserbrief: Zu „Die Tatsachen anerkennen und die Tunnellösung akzeptieren“, FN 3. Februar

„Osttrasse gründet auf fragwürdigem Gutachten“

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 07.02.2017

Von Roland Stein, Karl Stark

Wie schön, dass wir als Bürgerinitiative schon vor unserer Gründungsversammlung so weit ernst genommen werden, dass wir Ihnen, Herr Engel, einen Leserbrief wert sind. Das ehrt uns, sitzen wir doch eigentlich im gleichen Boot.

Genau wie Sie wollen wir uns für die Verbesserung der Verkehrssituation in der Hauptstraße stark machen. Allerdings fordern wir eine Umgehungsstraße, die den Namen auch verdient. Dies kann unserer Meinung nach nur die Westtrasse leisten.

Unsere Bürgerinitiative "Pro Königshofen" hat keinerlei Interesse an einer Auseinandersetzung mit der ehemaligen BUK. Dies spielt nur einem in die Hände, nämlich in die von Herrn Bürgermeister Maertens, und selbiger sitzt in Lauda und freut sich darüber. Herr Engel, es geht bei diesem Thema nicht nur um die Bürger an der Hauptstraße oder jene am Turmberg. Es geht um viel mehr: Es geht um die Zukunft Königshofens!

Jeder Königshöfer ist auf die eine oder andere Weise von dieser, für die weitere Entwicklung Königshofens ganz entscheidenden Planung betroffen. Deshalb laden wir alle Königshöfer Bürger dazu ein, demnächst bei uns mitzuarbeiten, denn nur gemeinsam können wir diese Probleme angehen.

Wir teilen Ihre Auffassung, wenn Sie in Ihrem Leserbrief schreiben, dass das damalige Gutachten zu Fauna Flora Habitat (FFH) "teilweise fragwürdig" ist. Die BUK hatte ja bereits 2010 auf Unstimmigkeiten in diesem Gutachten hingewiesen. In einem Schreiben an das Regierungspräsidium Stuttgart äußerten Sie, Herr Engel, Ihre "Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Gutachtens" und forderten "weitere Überprüfungen" durch das RP, die "dringend erforderlich" seien. Leider ist diesbezüglich bis heute nichts geschehen. Dennoch berufen sich Bürgermeister und Gemeinderäte bei ihrer Ablehnung der Westtrasse auf dieses fragwürdige Gutachten und betonen, dass die Westtrasse insbesondere wegen der Schutzwürdigkeit des so genannten "Auwaldes" nicht genehmigungsfähig sei. Bei den durch die Westtrasse in Anspruch genommenen Flächen entlang der Tauber und der Umpfer handelt es sich aber nicht um einen "Auwald", sondern lediglich um rund fünf Meter breite Uferbepflanzungen mit Bäumen, wie sie häufig an Flüssen vorkommen und nicht besonders schützenswert sind.

Die Eingriffe in ein FFH-Gebiet könnten durch das Regierungspräsidium mit geeigneten Maßnahmen ausgeglichen werden. Damit ist der von Ihnen erwähnte Hauptgrund gegen die Westtrasse, die unter anderem die Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs und die Anbindung der B 292 ermöglichen würde, hinfällig.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 07.02.2017
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