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Leserbrief: Zur Debatte um die Windkraftanlagen in Heckfeld

Lungenflügel der Natur

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 08.03.2017

Von Rainer Strunz

Und wieder 4,5 Hektar Wald gerodet für den Windwahn in Gerichtstetten. Dabei weiß jeder, der im Forst arbeitet, was unsere grüne Lunge leistet. So werden in Deutschland im Jahr 1,2 Millionen Tonnen von Kohlenstoff in den Bäumen gebunden. Des weiteren werden durch die Photosynthese 25 Millionen Tonnen CO2 in Sauerstoff umgewandelt. Wollen wir unsere Wälder für den Windwahn opfern?

Inzwischen hat der Ökowahn Methode. So hatte die Untere Naturschutzbehörde erst Ende Dezember 2016 vier Waldflächen bei Schweigern - Bobstadt trotz 13 Greifvogelhorste zur Rodung frei gegeben. Die Fälle von Zerschneidung von Lebensräumen häufen sich. Es werden Fälle für die Deutsche Wildtierstiftung. Gerade das Abholzen vor Fristablauf zeigt, dass hier massiv der Eingriff in die Natur ohne wenn und aber durchgeführt wurde.

Die Windmüller fürchten Umweltverträglichkeitsprüfungen wie das Weihwasser. Auch die vier Anlagenstandorte im Wald bei Ahorn sind ein folgenschwerer Fehler, der irreparabel einen Erholungswald schädigt, so auch Boxberg/Oberschüpf.

War es nicht schon die RWE Frankenwind GmbH & Co. KG mit dem Leitspruch "Gemeinsam die Region beflügeln"? Da hat ein ehemaliger Staatssekretär kräftig für WKA-Standorte geworben. Ihm war der Schutzradius der Radar-Anlage zu großflächig und er hat die Anlage nicht zeitgemäß gesehen. Genau so wie bei Gerichtstetten versuchen die Projektierer bei Oberschüpf Genehmigungen in den Tiefflugkorridoren der Heeresflieger zu erstreiten.

Schon einmal, vor über 20 Jahren, musste ein Tiefflugkorridor neu ausgewiesen werden, da beim Bau zweier Windkraftanlagen (WKA) bei Heckfeld ohne Rücksprache mit der Heeresfliegerstaffel im Tiefflugkorridor gebaut wurde.

Man möchte glauben, die Windmüller bekommen nun die Lufthoheit im Gebiet Heilbronn Franken. Schon WKA-Standorte in Tiefflugkorridoren in einer Planung in Betracht zu ziehen, ist grob fahrlässig und sollte verboten und kostenpflichtig belangt werden, so dass jene Projektierer nicht mehr die Flugrettung gefährden.

Die Planung von WKA-Standorten brauchen einen angemessenen Zeitraum, die schwerwiegende Entscheidungen für Jahrzehnte beinhaltet. Lauda-Königshofen hat eine Hauptlast durch die Radaranlage, desweiteren den Tiefflugkorridor. Deshalb mussten mehrere Flächen gestrichen und die Planung verändert werden. Eine Vorab-Genehmigung von Windkraftanlagen ist ein schwerwiegender Eingriff in die Planung der Gemeinde. Sollte ein Landwirt einen Schuppen auf seinem Acker erstellen, da würden die Behörden ein wildes Bauen monieren, und der Landwirt würde gegen Strafe Gebäude und Fundamente abreisen und entsorgen müssen. So lange die Planung nicht abgeschlossen und von der Gemeinde bei den Behörden eingereicht ist, ist das Bauen zu untersagen.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 08.03.2017
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