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Realschule St. Bernhard: Eindrucksvolle Lesung und ein kölscher Rapper mit politischen Texten / „Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung“

„Widerstand braucht Lächeln im Gesicht“

Archiv-Artikel vom Montag, den 13.02.2017

Von unserem Mitarbeiter Hans-Peter Kuhnhäuser

Kontrastprogramm: Inhalte rübergebracht haben bei der Lesung aus den Erinnerungen der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejanaro neben Timo Büchner die St. Bernhard-Lehrerin Christine Bopp und der Rapper Kutlu Yurtseven. Der "kölsche Jong" ist Teil der Band "Microphone Mafia".

© Kuhnhäuser

Esther Bejanero konnte nicht kommen - die Veranstaltung in der Turnhalle von St. Bernhard fand aber trotzdem statt. Es war ein überaus informativer Freitagabend - mit Lesungen und Musik.

Bad Mergentheim. Mehr als 100 Besucher zählten die Organisatoren am vergangenen Freitagabend in der Turnhalle. Die Initiative "Bad Mergentheim gegen Rechts" (MGHGR) hatte zusammen mit der Realschule St. Bernhard zu einem Abend mit Lesungen und Musik eingeladen.

MGHGR begleitet die Proben der Theater-AG der Schule, dort wirken Schüler der sechsten bis achten Klasse, und diese üben derzeit eine kritisches Stück ein - "Ruckzuck und rechtsum!" nach dem Buch "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann. Premiere ist übrigens am Mittwoch, 29. März, in der Aula von St. Bernhard.

Schulleiter Axel Janke begrüßte Schüler, Besucher und die Vertreter der Initiative sowie des Kollegiums und verwies auf die verpflichtenden Bildungsinhalte der Schule. "Hier stand ja einst die Synagoge, hier haben sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Bahn gebrochen." Diese Veranstaltung sei, so Janke weiter, ein "Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung und für eine offene Gesellschaft". Schwester Mara, die sich sehr für diese Veranstaltung eingesetzt hatte, war leider "wegen Verpflichtungen im Kloster Sießen" verhindert.

Timo Büchner von der Initiative "Mergentheim gegen Rechts" verwies in seiner Rede auf die Bedeutung des Theaterprojekts. "Was die Kinder in den Proben und in der Auseinandersetzung mit dem Stück lernen, ist ein fundamentales Verständnis für Menschenrechte und Demokratie, während Trump, Höcke, LePen, Wilders und Orban diese Werte mit Füßen treten." Die Zivilgesellschaft brauche aber kritisches Denken, demokratisches und antifaschistisches Selbstbewusstsein und Kultur. Sein ausdrücklicher Dank galt Schulleitung und Kollegium für die Kooperation und natürlich auch der Theater AG, deren Mitglieder an diesem Abend bei Aufbau und am Getränkestand mithalfen.

Weiter ging Büchner auf die Aktionen der Initiative ein - zuletzt der Protest gegen die Eröffnung des AfD-Büros in Tauberbischofsheim, der unter dem Motto "Herz statt Hetze - Rassismus und Nationalismus sind keine Alternative!" stand. Und: "Vieles, was wir tun, spielt sich fernab der Öffentlichkeit ab. Wir sind gut vernetzt in zahlreichen Bündnissen im Main-Tauber-, Hohenlohe und Neckar-Odenwald-Kreis."

Abwechselnd vorgetragen

Zunächst ging es an die erste Lesung, nämlich Auszüge aus der Erinnerung von Esther Bejanero, die abwechselnd von Timo Büchner und der Deutsch-Lehrerin Christine Bopp vorgetragen wurden. Bejanaro beschreibt, wie sie und ihre Familie erst als Juden ausgegrenzt und entrechtet wurden und sie schließlich in das Konzentrationslager Auschwitz kam. Der ganze Irrsinn der Nazi-Rassen-Ideologie, der gezielten Ermordung in den Gaskammern wie auch der "Vernichtung durch Arbeit" bis hin zur zunächst rettenden Aufnahme ins Lager-Orchester, der späteren Verlegung nach Ravensbrück und der am Ende gelungenen Flucht in die schützenden Arme von US-Panzerbesatzungen ließ deutlich werden, dass Esther Bejanaro nur mit sehr viel Glück dem Tod entkam - auch weil sie als "Viertel-Arierin" aus der Todesmaschine Auschwitz nach Ravensbrück verlegt wurde.

Dass die mittlerweile 92-jährige krankheitsbedingt nicht dabei sein und selbst vorlesen konnte, war bedauerlich, doch die beiden Lesenden machten dies durch ihren pointierten Stil weitgehend wett. Doch die bekennende Antifaschistin ist auf dem Weg der Besserung, wie ihr Band-Kollege Kutlu Yurtseven deutlich machte: "Wir kommen im Oktober nach Bad Mergentheim."

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