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Baugebiet „Fluräcker“: Archäologen freuen sich über Funde aus der Schnurkeramik-Zeit

Kostbarkeiten im Untergrund

Archiv-Artikel vom Samstag, den 28.01.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Arno Boas

Markelsheim. Die Ansprüche an einen Wohnstandort sind heute sicher ganz andere als vor gut 4000 oder 4500 Jahren. Aber auch schon damals, zum Ende der Jungsteinzeit, war das Taubertal ein bevorzugtes Siedlungsgebiet. Und so verwunderte es nicht unbedingt, dass bei den Erschließungsarbeiten des Baugebietes "Fluräcker" in Markelsheim zahlreiche Zeugnisse längst vergangener Epochen zutage gefördert wurden. Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege sind nun schon seit Monaten dabei, akribisch nach den Spuren unserer Vorfahren zu suchen. Bis zum Frühjahr sollen die Grabungsarbeiten abgeschlossen sein.

Das Baugebiet Fluräcker, direkt am Radweg Liebliches Taubertal gelegen, soll in attraktiver Lage einmal knapp 50 Bauplätze bieten. Nach dem Spatenstich Mitte August 2011 stieß man kurze Zeit später beim Bau der Erschließungsstraße auf altertümliche Funde. Um zu retten, was noch zu retten ist, rückten die Archäologen an und begannen im September mit ihrer Arbeit. Grabungsleiter Gerhard Hellinger und sein Team wurden schnell fündig. Sie stießen auf Vorrats- beziehungsweise Abfallgruben, auf Grubenhäuser und auf Gräber. Bei den Grubenhäusern handelt es sich vermutlich vornehmlich um Werkhütten aus der Latene-Zeit, meist waren es Webhütten.

Die große Hoffnung der Archäologen: eine Siedlung aus der Schnurkeramik-Zeit zu finden. Weil jedoch ganz unterschiedliche Epochen ihre Spuren im Taubertal hinterlassen haben, ist die altersmäßige Identifizierung nicht immer ganz einfach. Die bisherigen Funde datieren aus einer Zeitspanne zwischen zirka 2300 vor Christus und zirka 350 nach Christus. Ob die Schnurkeramiker (zirka 2500 bis 2000 vor Christus) schon feste Siedlungen gründeten oder vornehmlich als Nomaden durch die Lande zogen, ist eine spannende Frage für die Altertumsforscher. Bisher sind die Hinweise auf Siedlungen eher dürftig, weil der Nachweis der Bebauung schwer fällt. Stößt man bei den Grabungen jedoch beispielsweise auf vier Pfosten in einer Reihe, so deutet dies laut Aussage von Archäologe Gerhard Hellinger auf die Überreste eines Hauses hin. Aufgrund der vorgefundenen Vorratsgruben bleibt zumindest die Hoffnung bestehen, dass hier tatsächlich einmal Menschen aus der Schnurkeramik-Epoche gesiedelt haben könnten.

Bestattet haben die Schnurkeramiker ihre Verstorbenen in hockender Position, meist in Einzelgräbern. In Markelsheim ist man bisher auf rund acht Gräber gestoßen, in manchen fand man auch zwei Skelette, möglicherweise Mutter und Kind. Den Gräbern beigelegt wurden Keramikgegenstände oder Steinwerkzeuge. Außerdem typisch für die Bestattungskultur der Schnurkeramiker: Sie haben immer viel Platz zwischen den einzelnen Gräbern gelassen.

Die Funde aus Markelsheim werden fein säuberlich registriert und kommen nach ihrer Untersuchung ins zentrale Archiv in Rastatt. Gut möglich, dass sie einmal in wissenschaftliche Arbeiten einfließen werden.

Dr. Andreas Thiel, Konservator des Landesamtes für Denkmalpflege in Esslingen, der die Grabungsstätte in Markelsheim regelmäßig besucht, verweist auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Mergentheim. "Uns ist es wichtig, einen Baustillstand zu vermeiden".

Man habe zunächst die Trassen der künftigen Erschließungsstraßen untersucht und sei jetzt in die Fläche gegangen.

Das noch zu untersuchende Areal ist recht groß, und so hofft man auf gutes Wetter, um die Grabungsarbeiten nicht zu oft unterbrechen zu müssen. Was die Archäologen gar nicht brauchen können, ist strenger Frost.

Bis zum Frühjahr wollen die Archäologen ihre Arbeiten beendet haben. Es gebe die Absprache mit der Stadt, dass ab Mai die Bauplätze verkauft werden könnten, so Dr. Andreas Thiel.

Über die Ergebnisse der Ausgrabungen sollen alle Interessierten nicht im Unklaren bleiben. So ist beabsichtigt, im Lauf des Jahres einen Vortrag mit Dr. Thiel anzubieten. Der Vortrag soll im Deutschordensmuseum stattfinden. Vielleicht lässt sich bis dahin ja sogar das Geheimnis lüften, ob jene Menschen, die von den Archäologen "Schnurkeramiker" genannt werden, den Schritt vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern gewagt haben. "Schnurkeramiker" werden die Vorgänger der Kelten übrigens deshalb genannt, weil sie ihre Gefäße nach einem bestimmten Muster verzierten, indem mithilfe einer Schnur umlaufende Rillen in den Ton eingedrückt wurden.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 28.01.2012
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