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Baugebiet „Fluräcker“ in Markelsheim: Erfolgreiche Arbeit der Archäologen / Hoffnung auf Fund von Schnurkeramik-Siedlung hat sich nicht ganz erfüllt

Boden so interessant wie ein Buch

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 29.05.2012

Von unserer Mitarbeiterin Marianne Schober

Einer der Arbeiter, der gerade etwas gefunden hat.

© Marianne Schober

Gerhard Hellinger mit einer Schulklasse..

Ein Skelett, das ausgegraben wurde.

Voll in Aktion.

Markelsheim. Es ist heiß. Die Sonne brennt den Arbeitern im Nacken. Mit ihren mit Erde verschmierten Händen wischen sie sich über die Stirn. Der Bagger brummt und hebt eine weitere Schaufel lehmbrauner Erde aus einer Grube. Kinder blicken erwartungsvoll in das Gesicht von Gerhard Hellinger, der ihnen die Ergebnisse der Arbeit seines Teams zeigt.

So kann man sich die derzeitige Situation auf dem Areal des Baugebietes "Fluräcker" vorstellen. Wie bereits im Januar von den Fränkischen Nachrichten berichtet, finden hier in Markelsheim direkt am Radweg liebliches Taubertal archäologische Ausgrabungsarbeiten statt. Ende Mai sollen diese nun abgeschlossen werden.

Kurze Zeit nach dem Spatenstich im August 2011 wurden beim Bau der Erschließungsstraße Spuren aus längst vergangenen Zeiten entdeckt. Daraufhin rückte ein Team von Archäologen an, um die Fläche, die später einmal knapp 50 Bauplätze bieten soll, zu untersuchen. Das Team rund um den Grabungsleiter Gerhard Hellinger wurde auch schnell fündig.

Seit September vergangenen Jahres sind die Experten nun dabei, die vorgeschichtlichen Spuren zu sichern. Dabei reichen die Entdeckungen von ungefähr 2300 vor Christus bis rund 350 nach Christus.

Nicht nur Scherben von Tontöpfen, Feuersteinmesserchen und - spitzen, sondern auch zahlreiche Gräber gehören zu den bisherigen Funden.

Es wurden über 30 Gräber ausgegraben, auch wenn sich manchmal nur noch die Zähne erhalten hatten. Aber auch einige mehr oder weniger vollständige Skelette lagen darin. Auffällig dabei war, dass die Menschen, die vor allem aus der späten Jungsteinzeit stammen, immer in der Embryonalstellung beerdigt wurden. Außerdem befanden sich in den oft rechteckigen Grabmulden Beigaben, wie zum Beispiel Steinwerkzeuge und Tongefäße, die Hinweise auf mögliche Stellungen in der Gesellschaft geben.

Einen besonderen Fund machten die Archäologen in einem Kindergrab. Dort wurde ein vollständiger Keramikbecher geborgen. Das besondere Muster darauf wies eindeutig darauf hin, dass es sich wohl um einen Trinkbecher aus der so genannten Schnurkeramik-Zeit handle. Um das Muster auf den Becher zu bekommen, wurden Schnüre in den noch nassen Ton gedrückt.

Die große Hoffnung der Archäologen, eine Siedlung aus dieser Zeit zu finden, wurde allerdings nicht erfüllt. Denn es bleiben nur "Verfärbungen im Boden, die darauf hinweisen, wo ein Haus gestanden haben könnte", erklärte Gerhard Hellinger. Aber da sich in diesen Löchern keine eindeutigen Überreste befanden, die einen Rückschluss auf die Zeitstellung zuließen, bleiben nur Vermutungen. Was das Team um den Grabungsleiter eindeutig erschlossen, waren Grubenhäuser. Diese in den Boden vertieften Werkstätten dienten wohl meist als Webhäuser. Auch wurden die Reste eines Töpferofens sichergestellt.

Am Ende dieses Monats werden die Grabungsarbeiten nun abgeschlossen, um das Baugebiet Fluräcker endgültig freizugeben. Obwohl sie die Bauarbeiten nie behinderten und echt froh darüber waren, hier graben zu dürfen, bedauere Gerhard Hellinger doch eine Sache: "Wir wissen über die damaligen Kulturen nur das, was wir ausgraben. Der Boden ist ein Archiv und gleichzeitig wie ein Buch, das es nur einmal gibt. Wenn die Häuser gebaut werden, wird unwiderruflich wieder eine Seite aus diesem Buch gerissen."

Dennoch gehen die Ergebnisse der Ausgrabungen aber nicht verloren. Denn sämtliche Gegenstände wurden fotografiert, eingemessen und genau beschrieben. Nach dieser Registrierung gelangen die Funde nach Raststatt ins Zentrallager. Die Knochen werden außerdem noch von einem Anthropologen hinsichtlich Alter, Geschlecht und möglicher Krankheit untersucht. Erhaltene Tontöpfe werden restauriert. Für die wissenschaftliche Bearbeitung ist Dr. Andreas Thiel, Konservator des Landesamtes für Denkmalpflege in Esslingen, zuständig. Die Ergebnisse wird er am 4. Juli in einen fundierten Vortrag im Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim vorstellen.

Zahlreiche interessierte Menschen finden aber schon jetzt den Weg nach Markelsheim. Nicht nur die Nachbarn, sondern auch verschiedene Schulklassen aus der näheren Umgebung wollen wissen, was hier vor sich geht. Lobend erwähnte Gerhard Hellinger auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Mergentheim und der ausführenden Bauunternehmung, der Firma Weiss.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 29.05.2012
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