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Test Nissan Qashqai+2 2.0 dCI Tekna 4WD: Die dritte Sitzreihe macht aus dem Limousinen-Gelände-Van einen "Familien-Crossover" / Starker Zweiliter-Diesel
Von Jürgen Strein
Plus 2: Diese Formel machen sich zur Zeit viele Hersteller von Vans und SUVs zu eigen. So wie Nissan, das seinen Qashqai um 21 Zentimeter verlängerte, eine dritte, voll versenkbare Sitzreihe einbaute und damit aus seinem "Crossover" einen "Familien-Crossover" machte.
Der Qashqai+2 ist eine imposante Erscheinung - 4,50 Meter lang, 1,8 Tonnen schwer - und lässt so fast vergessen, dass er auf der Kompaktklassen-Plattform des japanischen Herstellers basiert. Allerdings: Beim Fahren mit dem starken Zweiliter-Turbodiesel zeigt er die Leichtigkeit eines C-Segmenters. Und dank längerem Radstand (135 Millimeter mehr als der Quashqai) sitzen die Mitfahrer in dem Crossover auch sehr bequem.
Schon der Fünfsitzer hatte bei der Einführung vor zwei Jahren ein ganz eigenständiges Konzept verfolgt: die Fahreigenschaften von Limousinen, das Aussehen von "Geländewagen" und das Platzangebot von Kompaktvans zu verbinden. Im "Plus 2" wird Letzteres durch hohe Familientauglichkeit ergänzt - wobei der FN-Tester als eine Hälfte eines Zwei-Personen-Haushalts, beim Begutachten der dritten Sitzreihe ins Sinnieren kam, wie viele siebenköpfige Familien es wohl in Deutschland noch gibt. Immerhin: Das Platzangebot ist gigantisch.
Äußerlich ist die Verwandtschaft des Qashqai+2 mit dem Fünfsitzer unverkennbar. Neben der längeren Karosserie und dem ebenfalls längeren Radstand gibt es aber auch noch einige kleinere Veränderungen: Damit auch in der dritten Reihe die Kopffreiheit ausreichend hoch ist, hat Nissan die Dachlinie des Qashqai+2 gestreckt und das Heck neu geformt. Auch die vier Türen wurden neu gestaltet: Die Fensterrahmen am vorderen Einstieg verlaufen nun steiler zur neuen Dachlinie, während die hinteren Scheiben um 135 Millimeter verlängert wurden. Die vergrößerten Dreiecksfenster im Bereich der hinteren Dachsäulen spenden auch den ganz hinten sitzenden Insassen ein helles und luftiges Ambiente.
Das bereits beim Qashqai beliebte, jedoch nur gegen Aufpreis zu erhaltende Panoramadach gehört beim +2 zur Serienausstattung.
Der "Arbeitsplatz" des Fahrers hat sich gegenüber dem Fünfsitzer nicht verändert - in der getesteten "Tekna"-Ausstattung gibt es jede Menge Hebel und Schalter zu bedienen, denn die technische Ausstattung ist einfach umfassend. Besonders sinnvoll erscheint bei einem so großen Fahrzeug die Rückfahrkamera, die ein problemloses Einparken auch in Problemzonen ermöglicht.
Die größten Veränderungen im Innenraum spielen sich allerdings im Bereich der zweiten und dritten Sitzreihe ab. Um den Einstieg nach ganz hinten zu erleichtern, lässt sich die zweite Bank längs und im Verhältnis 60:40 separat verschieben.
Die Sitze der dritten Reihe sind für Personen bis zu einer Größe von 1,60 Meter ausgelegt. Ihre Lehnen sind siebenfach in der Neigung einstell- und im Verhältnis 50:50 so im Boden versenkbar, dass eine komplett ebene Ladefläche entsteht. Zum Wegklappen genügt ein Handgriff. Im umgeklappten Zustand beträgt das Fassungsvermögen 550 Liter.
Für den Qashqai+2 sind vier Motorversionen im Angebot, zwei Benziner und zwei Diesel. Die FN testeten den "großen" Diesel mit Sechsgang-Getriebe: Der 2.0 dCI-Motor aus dem Renault-Regal bringt es auf 150 PS und ein Top-Drehmoment von 320 Newtonmeter. Souverän fallen die Messwerte aus: 183 Stundenkilometer Spitze und in 12,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Dafür verbraucht er laut Werk 7,9 Liter auf 100 Kilometer, ein Wert, der sich im Test - bei konservativer Fahrweise - durchaus als realitätsnah erwiesen hat (8,1 Liter).
Beim Anfahren mit der Automatik muss man - so die Erfahrung im Test - schon etwas stärker aufs Gaspedal drücken, um den schweren Crossover auf Touren zu bringen.
Das Fahrverhalten des Qashqai+2 ist etwas für Liebhaber komfortablen Fahrens. Ein ziemlich weich ausgelegtes Fahrwerk, eine leichtgängige Servolenkung, dazu aber absolut stabiles Verhalten in Kurven - das macht den Qashqai+2 zum idealen Familienwagen. Um das durch die größeren Abmessungen um bis zu 100 Kilogramm angestiegene Gesamtgewicht und die damit verbundene höhere Zuladung zu kompensieren, hat Nissan die Fahrwerksabstimmung angepasst.
Die Grundpreise für die verschiedenen Ausstattungen reichen von 22 190 Euro (Ausstattung "Visia" mit 1,6 Liter-Benziner) bis 34 040 Euro ("Tekna" mit 2-Liter-Diesel, Allrad-Modus und Automatikgetriebe).
Damit ist der Qashqai+2 als "Familien-Crossover" nicht gerade etwas für den kleinen Geldbeutel - vor allem, wenn man einen der größeren Motoren bevorzugt.
Fränkische Nachrichten
09. Mai 2009
Nissan ist eine der erfolgreichsten Automarken aus Asien und zählt zu den meistgefahrenen Autos.
Adresse der Seite: http://www.fnweb.de/ratgeber/motor_und_verkehr/fahrberichte/nissan/20090509_srv0000004182949.html