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Von unserem Redaktionsmitglied Madeleine Bierlein
Mannheim. Gesunde, ausgewogene Ernährung kann Lernen nicht ersetzen. Sie kann aber beste Voraussetzungen schaffen, damit sich Kinder in der Schule gut konzentrieren, sagt Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Astrid Laimighofer im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein besonderes Augenmerk sollten Eltern daher auf Frühstück und Pausenbrot legen.
Frau Laimighofer, hat die Ernährung wirklich einen so großen Einfluss auf die Lernleistungen von Schulkindern?
Astrid Laimighofer: Sie hat zumindest einen großen Einfluss auf die Konzentration und die Merkfähigkeit. Aber nicht nur, was Schüler essen, spielt eine Rolle, auch wann sie essen.
Wann sollten sie essen?
Laimighofer: Ganz wichtig ist das Frühstück. Wenn Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder ein ausreichendes Frühstück zu sich nehmen, dann ist das ein perfekter Start in den Tag. Die Energiespeicher sind aufgefüllt. Damit die Leistungskurve und damit die Konzentration nicht absinkt, ist außerdem ein Pausenbrot für Schüler sehr wichtig.
Was sind die häufigsten Fehler in der Ernährung von Schülern?
Laimighofer: Es kommt erstaunlich oft vor, dass Kinder überhaupt nicht frühstücken. Manche Schüler essen und trinken gar nichts bis zur Mittagszeit. Das ist ein schwerwiegender Fehler.
Aber was, wenn die Kinder einfach nicht frühstücken wollen?
Laimighofer: Meist hilft es, früh genug aufzustehen, damit genug Zeit für ein Frühstück bleibt. Die Familienmitglieder sollten sich zumindest einige Minuten nehmen, um gemeinsam am Frühstückstisch zu sitzen. Damit kommt meist auch der Appetit.
Wie sieht ein ideales Frühstück aus?
Laimighofer: Wichtig sind Getreideprodukte, etwa Haferflocken, ein Müsli oder ein Vollkornbrot. Außerdem sollte das Frühstück Milch oder Milchprodukte enthalten und auch Obst oder Gemüse. Man kann beispielsweise Apfel ins Müsli schneiden oder auch Fruchtsaft geben.
Und das Pausenbrot?
Laimighofer: Das kommt ein bisschen auf das Frühstück an. Wenn die Kinder nur wenig frühstücken, sollte es reichhaltiger sein. Ideal ist ein Apfel oder ein anderes Obst, das liefert rasch Energie und verbessert die Konzentration. Ein einziger Apfel ist für ein Schulkind aber etwas wenig, deswegen sollte es noch Getreideprodukte dazugeben, etwa ein Vollkornbrot oder Getreideflakes zum selbst mischen.
Gibt es etwas, was man meiden sollte?
Laimighofer: Süße Riegel und Joghurts sind nicht so gut. Auch zu süße Limonaden gehören nicht in den Schulranzen.
Welche Rolle spielen Getränke?
Laimighofer: Es ist sehr wichtig, dass Kinder genug trinken. Jüngere Schüler sollten schon auf einen bis eineinhalb Liter pro Tag kommen, Jugendliche auf etwa zwei Liter. Wenn es heiß ist oder die Kinder Sport treiben, brauchen sie noch mehr. Ideal ist Wasser.
Wie sieht es mit Saftschorlen aus?
Laimighofer: Wenn sie ausreichend gestreckt sind, mit zwei Anteilen Wasser auf einen Teil Saft, ist das in Ordnung. Früchte- oder Kräutertees gehen auch, allerdings keine Eistees, wie es sie im Handel gibt. Diese enthalten zu viel Zucker.
Früher gab man den Kindern zu Klassenarbeiten Traubenzucker mit. Hilft das?
Laimighofer: Heute weiß man, dass Traubenzucker nicht so sinnvoll ist. Er treibt zwar den Blutzucker schnell hoch, was kurzfristig die Konzentration fördert, aber er sinkt auch ganz schnell wieder, und dann sind die Kinder meist unkonzentrierter als zuvor. Besser ist Obst, etwa eine Banane, ein Apfel oder Weintrauben. Der darin enthaltene Fruchtzucker wirkt zwar auch schnell, doch sinkt der Blutzuckerspiegel nicht so schnell wieder ab.
Wie sieht es mit Vitaminpräparaten für Schüler aus?
Laimighofer: Wenn Kinder halbwegs ausgewogen ernährt werden, sind Vitaminpräparate nicht notwendig. Außerdem sollte man Kinder nicht frühzeitig an tägliche Tabletten gewöhnen, wenn es nicht nötig ist.
04. Mai 2010
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