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Konflikte: Das Verhältnis zur Schwiegermama ist vor allem für Frauen nicht immer einfach
Von unserer Mitarbeiterin Franziska Pfeiffer
Mannheim. Beim ersten Antritt zum Kaffeetrinken merkte Katja, dass sie im Elternhaus ihres Freundes nicht willkommen ist. Sie hatte noch nicht einmal ein Wort gesagt, da herrschte bereits eisige Atmosphäre. "Mir war innerhalb von zehn Sekunden klar, dass sie mich nicht ausstehen konnte", berichtet die 26-Jährige. Zur Hochzeit erschien die Schwiegermutter in Schwarz. Ihre Begründung: "Für mich ist heute ein Trauertag. Ich verliere meinen Sohn."
Es ist ein extremes Beispiel, das Familientherapeutin Felicitas Heyne in ihrem Buch "Hassgeliebte Schwiegermutter" anführt. Doch selbst wenn es viele gute Beziehungen zwischen Schwiegermüttern und -töchtern gibt - die Mehrzahl der Beziehungen scheint problembeladen zu sein. Das zeigt auch die Statistik: Jede achte Scheidung ist auf Konflikte mit der Mutter des Mannes zurückzuführen.
Aber warum eigentlich? Es könnte genetisch bedingt sein, behaupten Evolutionsbiologen. Wenn man davon ausgeht, dass unsere Urzeit-Gene uns heute noch lenken und wir alles dransetzen, uns fortzupflanzen, haben Männer es leichter. Sie können in kurzer Zeit mit verschiedenen Frauen viele Kinder zeugen, während die Möglichkeiten des weiblichen Geschlechts begrenzt sind. Also kümmern die Frauen (und ihre Mütter) sich intensiver um die wenigen Babys, die sie haben. Papas Mutter hingegen kann nie ganz sicher sein, ob seine Kinder wirklich ihre Gene haben. Für sie ist das Glück seiner Ehe und seiner Kinder - dieser umstrittenen Theorie zufolge - nicht so wichtig. Und in der Tat: Eine Studie des Max-Planck-Instituts wies nach, dass die Anwesenheit und Fürsorge der Oma mütterlicherseits Babys überdurchschnittlich gute Entwicklungs-Chancen bescheren. Lebt die Großmutter väterlicherseits in der Nähe, gilt das nicht.
Auch andere Zahlen belegen den schlechten Ruf der Schwiegermütter. Während fast die Hälfte aller Männer in Umfragen ihre Mutter als "liebenswerte Frau" bezeichnet, macht nicht einmal ein Viertel der Frauen der Schwiegermutter dieses Kompliment. Daran haben natürlich auch die Schwiegertöchter ihren Anteil. Denn - wie immer bei Konflikten - gibt es zwei Seiten. Die eigene Mutter ist erwachsenen Frauen meist lieber als die des Mannes, unabhängig davon, was sie tut. Die US-Psychologin Lucy Rose Fischer befragte Frauen, wie sie Einmischungen der eigenen Mutter im Vergleich zu denen der Schwiegermutter bewerten. Das Ergebnis: Was die eigene Mama ihrem erwachsenen Kind sagt, gilt als nützlicher Rat. Kommt das Gleiche von der Schwiegermutter, schätzt die Schwiegertochter es als aufdringlich und unpassend ein.
"Schwiegermutter - das ist kein Job für Feiglinge", sagt Felicitas Heyne und plädiert für mehr Verständnis vonseiten der Frauen. Sie sollten sich einmal in die Lage der Schwiegermutter versetzen: Sie hat alles für ihren Kleinen getan. Hat an seinem Babybett gewacht, ihm Lesen beigebracht, die Wäsche gewaschen und die zerschlagenen Knie verbunden. Sie hat ihn versorgt und zurückgesteckt, damit er studieren kann. Und jetzt, da sie ihn mehr braucht denn je, sucht er sich eine andere, die ihr vor allem zeigt, dass sie überflüssig ist. Kein Wunder, dass sie die Rivalin nicht mit offenen Armen empfängt.
Wenn es gar nicht läuft, könnten Schwiegermutter und -tochter sich theoretisch einfach aus dem Weg gehen. Doch praktisch funktioniert das kaum - vor allem, wenn Kinder da sind. Für die sind die Großeltern wichtige Bezugspersonen, für Mama und Papa oft eine Entlastung. Als Paar schneiden die Eltern des Mannes übrigens besser ab als die Mütter allein: 67 Prozent der verheirateten jungen Leute finden ihre Schwiegereltern "in Ordnung".
05. Mai 2009
Geschwisterwagen, bei denen die Sitze nebeneinander angeordnet sind, lassen sich meistens leichter lenken.
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