Heidelberg/Neckarelz.
Der Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz erhält den mit 2500 Euro dotierten Hermann-Maas-Preis. Der Verein habe unter dem Motto "Erinnerung und Zukunft brauchen ein Haus" die KZ-Gedenkstätte Neckarelz errichtet und werde für die Erinnerungsarbeit gewürdigt, hieß es zur Begründung. Die Auszeichnung wird am 9. Februar in Heidelberg verliehen. Der Hermann-Maas-Preis wurde gestiftet zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs und der Erinnerungsarbeit an die Gräueltaten des Naziregimes an Menschen, die im Dritten Reich verfolgt, gefoltert und getötet wurden.
Den Preisträger bestimmte der Stadtkirchenrat Heidelberg auf Vorschlag von Dekanin Marlene Schwöbel-Hug.
Der Verein KZ-Gedenkstätte Neckarelz wurde 1993 gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 130 Mitglieder aus verschiedenen Generationen, unter ihnen ehemalige KZ-Häftlinge oder deren Angehörige. Mit der im vergangenen Jahr neu eröffneten Gedenkstätte erinnert der Verein unter anderem daran, dass von März 1944 bis März 1945 Tausende KZ-Häftlinge verschiedener Lager entlang des Neckars als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurden.
Landesbischof Fischer würdigte die Arbeit des Gedenkvereins. Er habe in den 80er Jahren als Pfarrer in Heidelberg erfahren, dass Tote aus den Lagern auf dem Friedhof seiner Gemeinde bestattet worden seien. Bis dahin sei über diesen Teil der badischen Geschichte Schweigen bewahrt worden.
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