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Test Peugeot 5008 HDi FAP 110 Premium: Großzügiges Platzangebot und durchdachte Lösungen bei der Innenraumgestaltung zeichnen den Franzosen aus

Neues Löwenkind bei den Familienvans

Von Dieter Schwab

Schwer zu glauben, dass ausgerechnet ein französischer Hersteller lange den Markt der Familienvans komplett der Konkurrenz überließ. Jetzt steigt auch Peugeot mit dem 5008 in dieses - wie Konzernschwester Citroën längst beweist - durchaus lukrative Segment ein.

Die Basis des 4,5 Meter langen Wagens stammt aus dem eigenen Haus. Es ist die Plattform des Kompaktmodells 308. Peugeot beginnt aber beim "Umbau" eine Stufe später, denn tatsächlich ist der 5008 ein Zwillingsbruder des Citroën Grand C4 Picasso.

Nur sieht man ihm die enge Verwandtschaft nicht mehr auf den ersten Blick an. Dem 5008 wurde eine komplett neue Karosserie übergestülpt. Die Front wurde mit etwas anders geschnittenen Lichtern, dem Löwen und geänderten Lufteinlässen auf markentypische Linie gebracht.

Auch im Interieur haben die beiden nicht mehr viel gemeinsam. Hier profitiert der 5008 von seinem über drei Jahre späteren Markteinstieg. Er liegt bei der Gestaltung, der Funktionalität und der Technik auf der Höhe der Zeit.

Es gibt nichts, was das "Löwenkind" in Richtung Nutzfahrzeug rücken würde. Hochwertige Kunststoffe, ein auf den Fahrer zugeschnittenes Cockpit sowie zu mehr Klarheit hin überarbeitete Bedienelemente unterstreichen, dass das Familienfahrzeug Interessenten überzeugen will, die auf Qualität achten.

Aber auch jene, die einen Sinn fürs Praktische haben. Dabei geht es nicht in erster Linie um die großvolumigen Staufächer in den Türen und der mächtigen Mittelkonsole, sondern eher um die durchdachten Lösungen, wenn es um die variable Platzgestaltung geht. Hier setzt der 5008 einige Ausrufezeichen.

Die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich in der Längsrichtung verschieben. Dazu gibt es auch noch eine einstellbare Rückenlehne. Die beiden äußeren Fauteuils lassen sich außerdem nach vorne klappen, um die zwei zusätzlichen Plätze in der dritten Reihe (700 Euro Aufpreis) einigermaßen bequem zu erreichen. Dort geht es zwar nicht mehr so kommod zu, aber Kinder sind dort gut aufgehoben - und sie lieben es, ganz hinten zu sitzen.

Von zwei bis sieben sind alle Variationen möglich, weil sich alle Sitze einzeln mit einem Handgriff zusammenfalten und im Wagenboden verschwinden. So entsteht bei Bedarf ein Stauraum von maximal 1754 Litern. Bei fünf Sitzplätzen sind es üppige 679 Liter Kofferraum.

Da steht dem Urlaub mit der Familie nichts im Weg. Zumal die Sitzgelegenheiten zwar recht straff gepolstert sind, aber sich auf langen Fahrten als sehr bequem erweisen.

Der Langstreckenkomfort profitiert darüber hinaus von einem Fahrwerk, das kaum Wünsche offen lässt. Es schluckt Rillen und Wellen ebenso perfekt weg wie überstehende Kanaldeckel. Nur bei übleren Verwerfungen gerät es an seine Grenzen und gibt trockene Schläge an die Insassen weiter.

Auf der Autobahn erweist es sich als perfekt richtungsstabil. Das kann man auch auf kurvenreichen Landstraßen beobachten, wo der 5008 sich als ein verlässlicher Partner erweist, dem man seine ausladenden Formen nicht auf den ersten Richtungswechsel anmerkt. Er folgt willig, aber mit spürbarem Hang zum Untersteuern den Lenkbefehlen. Selten passiert es, das man ihn in das fein regelnde ESP zwingt, denn solche Bereiche der Querdynamik berührt man eher selten.

Dazu trägt in erster Linie die Gelassenheit bei, mit der der 109 PS starke Common-Rail-Diesel des Testwagens seine Leistung entfaltet. Der Selbstzünder entwickelt kein besonderes Temperament, bringt den Van aber zügig auf Tempo. In 12,9 Sekunden ist der Siebensitzer 100 km/h schnell. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 km/h.

Es macht keinen Sinn, häufig zum Knüppel des exakt schaltenden Sechsganggetriebes zu greifen, denn der Durchzug von 240 Nm Drehmoment und das eingeschränkte Temperament erziehen schnell zu einer gelassenen Fahrweise im größten Gang. Davon profitiert der Durchschnittsverbrauch, der sich bei 6,9 Litern einpendelte. Ein besseres Ergebnis ist durchaus realistisch; nicht jedoch der Normverbrauch von 5,5 Litern. Der wiederum bestimmt aber die Schadstoffeinstufung, die mit 145 Gramm CO2 pro Kilometer angegeben wird.

Ähnlich zurückhaltend ist Peugeot bei der Preisgestaltung. Den Basis-5008 bieten die Franzosen mit einem 120 PS starken Benziner für nur 21 750 Euro an. Er hat dann bereits eine automatische Feststellbremse, Bordcomputer und Klimaanlage. Der Testwagen hatte die gehobene Ausstattung Premium und kostet als Siebensitzer 27 000 Euro. Weitere Motorvarianten sind ein 156 PS starker Benziner (26 000 Euro) sowie zwei Diesel mit 150 PS (27 900 Euro) bzw. 165 PS (29 700 Euro).

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 17.07.2010

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