DAS NACHRICHTENPORTAL

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Naturschutz: Opel-Zoo züchtet Mesopotamische Damhirsche / Exporte bis nach Neuseeland und Jerusalem

Unterschätzte Exoten

Von dpa-Korrespondentin Eva Krafczyk

Ein männlicher Mesopotamischer Damhirsch läuft durch sein Gehege im Opel-Zoo in Kronberg. Die "Mesos" sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste.

© dpa

Kronberg/Taunus. Bei einem Besuch des Opel-Zoos in Kronberg beachtet so mancher Besucher die größte zoologische Kostbarkeit dort kaum: Die weißgesprenkelten "Mesos", wie Zoo-Mitarbeiter die Mesopotamischen Damhirsche liebevoll nennen, wirken nun mal nicht so exotisch wie Elefanten oder Giraffen.

Dabei handelt es sich bei den Tieren nicht um heimische Waldbewohner, die auch in jedem beliebigen Wildpark oder in freier Wildbahn betrachtet werden können. Der Mesopotamische Damhirsch ist eine stark gefährdete Tierart, für deren Erhalt der Zoo im Taunus seit Jahren eine international wichtige Adresse ist.

"Größte Herde in Europa"

Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm

Der Mesopotamische Damhirsch ist etwas größer und kräftiger als seine europäischen Verwandten - und vor allem sehr viel seltener.

Ursprünglich über den Nahen Osten verbreitet, leben nur noch im Iran wildlebende Tiere.

In Israel wurden in Zoos und Tiergärten geborene Tiere ausgewildert.

Der Mesopotamische Damhirsch wird auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten geführt. Mitte des 20. Jahrhunderts galt der bereits in der Bibel erwähnte Hirsch als ausgestorben.

Der Mesopotamische Damhirsch wird über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert.

Aktuell gibt es insgesamt etwa 150 EEP. Die Programme kümmern sich überwiegend um den Erhalt von Säugetieren, doch auch Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische werden darüber gezüchtet.

Über das EEP führen Zoos Zuchtbücher, um einen optimalen Genpool zu erhalten.

Im Idealfall führt das EEP dazu, dass in Tierparks eine Population gezüchtet wird, die sich selbst erhalten kann, und darüber hinaus Tiere ausgewildert werden können, um wildlebende Populationen aufzubauen. dpa

[mehr...]

Der Mesopotamische Damhirsch ist etwas größer und kräftiger als der Europäische Damhirsch - und vor allem sehr viel seltener. Kaum ein anderes Tier sei so eng mit Zoogründer Georg von Opel und der Geschichte des Zoos verbunden, sagt Zoosprecherin Margarete Hermann.

Von Opel finanzierte in den 1950er Jahren mehrere Expeditionen in das damalige Persien, wo es noch letzte Exemplare der bereits als ausgestorben geltenden Mesopotamischen Damhirsche geben sollte. Im Jahr 1957 kam so der junge Hirsch "Scheich" nach Kronberg, ein Jahr später wurde das Weibchen "Siba" gefangen und in den Taunus gebracht. Als 1960 das erste Jungtier im Kronberger Zoo geboren wurde, war das der Beginn einer erfolgreichen Zucht, aus der bislang etwa 260 "Mesos" hervorgingen.

"Wir haben die größte Herde in Europa", sagt Zoo-Mitarbeiter Jörg Beckmann stolz. Und nicht nur das: Fast jeder Mesopotamische Damhirsch in europäischen oder nordamerikanischen Zoos geht auf Nachwuchs aus dem Taunus zurück. Sogar nach Neuseeland verschlug es schon einige der Zöglinge.

Wildlebende Tiere im Iran

Lediglich im Iran gibt es derzeit noch auf die ursprüngliche Population zurückgehende wildlebende Tiere. Die intensivierte Landwirtschaft im Gebiet der westiranischen Zagros-Berge bedroht nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF aber ihren Lebensraum zunehmend. Seit 40 Jahren werden Mesopotamische Damhirsche daher in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der Zoos gezüchtet. Im Opel-Zoo wird seit einigen Jahren das Internationale Zuchtbuch für die Tiere geführt.

"Wir geben jedes Jahr Tiere ab", sagt Beckmann. In diesem Jahr zog es Beckmann beispielsweise schon mit zwei Junghirschen nach Jerusalem. Im dortigen Zoo sollen die im vergangenen Jahr geborenen Tiere in die vorhandene Herde integriert werden. Nach Möglichkeit sollen sie einmal selbst für Nachwuchs sorgen, der dann in israelischen Naturschutzgebieten ausgewildert werden kann - zwei größere Populationen ausgewilderter Tiere gibt es im Land bereits.

Doch wie sieht es mit gesundheitlichen, auf ein verarmtes Erbgut zurückgehenden Schäden angesichts der sehr überschaubaren Zahl von Vorfahren aus? Immerhin gehen die aus Kronberg stammenden Hirsche alle auf drei Tiere zurück, basieren also auf extremer Inzucht. Die genetische Vielfalt sei nicht sehr ausgeprägt, räumt Beckmann ein. "Aber anscheinend sind sie nicht sehr inzuchtempfindlich." Bisher habe es jedenfalls keine gesundheitlichen Auffälligkeiten bei den Hirschen aus seinem Zoo gegeben.

© Südhessen Morgen, Samstag, 18.03.2017
  • Drucken
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 0 Uhr

Das Wetter am 23.3.2017 in Tauberbischofsheim: bedeckt
MIN. 6°
MAX. 12°
 

Eishockey

Gespaltenes Ohr hält Ehliz nicht auf

Nürnberg. Trotz seiner Schock-Verletzung wird Eishockey-Nationalstürmer Yasin Ehliz im ersten Halbfinale der Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg voraussichtlich auflaufen. Im alles entscheidenden Viertelfinal-Spiel gegen die Augsburger war der 24-Jährige unglücklich von einem Schuss… [mehr]

mid Wächtersbach - Der Amarok ist der vielseitigste unter den 4MOTION-Nutzfahrzeugen von VW. Momentan ist er mit permanentem oder zuschaltbarem Allradantrieb zu haben.

Testberichte

Alles Allrad: VW's fantastische Vier

Vom Amarok kann man es noch erwarten, dass die freie Wildbahn sein Zuhause ist. Caddy und T6 aber sind landläufig nicht als Waldschrate bekannt. Doch wenn sie mit Allradantrieb aufgrüstet sind, umweht sie ein Hauch von Abenteuer. Ein Praxistest im Grünen. [mehr]

„Lommbock“

Würzburg spielt wieder eine Hauptrolle

Vor 16 Jahren drehte der aus Würzburg stammende Regisseur Christian Zübert in seiner Heimatstadt die Kifferkomödie "Lammbock". Die Geschichte um die beiden Kumpel Kai und Stefan, die über einen Schein-Pizzaservice Drogen verkaufen, wurde schnell Kult. Damals schon in den Hauptrollen: Moritz… [mehr]

Uraufführung

Intensives musikalisches Erlebnis

Die Hoffnung und der Wunsch nach Liebe gehören zusammen. Sie sind das verbindende Element, das sich wie eine Klammer um die drei Teile des Konzerts "Hoffnung" des Monteverdichors Würzburg unter Leitung von Matthias Beckert legte. Es war eine vielumjubelte Uraufführung in der Neubaukirche, als… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL