DAS NACHRICHTENPORTAL

Montag, 20.02.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Leserbrief: Zu „Landwirtschaft auch mit schuld am Vogelsterben“ (FN, 23. Januar)

„Mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Landwirtschaft und Vögel“

Von Dennis Silberzahn

Sehr geehrter Herr Michelbach, Ihre Antwort auf meinen Leserbrief vom 7. Januar muss ich leider berichtigen.

In ihrer Funktion als Lehrer und dadurch als Vorbildperson erwarte ich mehr Sachlichkeit in diesem Thema und keine Beteiligung an "Bauerndrescherei", wie von vielen Naturschutzorganisationen zurzeit zu beobachten ist.

Laut Aussagen des Bundesamts für Naturschutz ist zwar ein negativer Trend der Artenvielfalt des Wildtierbestands zu erkennen. Deshalb aber zu behaupten, dass die Landwirtschaft die bedeutsamste Gefährdungsursache darstellt, ist unseriös und beleidigend. Davon ist in der von Ihnen erwähnten Broschüre keine Wertung diesbezüglich erkennbar. Darin sind lediglich Entwicklungen mit Bezug auf eventuelle Ursachen dargestellt, die von der Landbewirtschaftung möglicherweise ausgehen könnten. Ein gesamt gewichteter Vergleich möglicher Gründe eines zurückgehenden Vogelbestands erfolgt darin nicht.

Flächenfraß und der damit verlorene Lebensraum, Vogelkrankheiten sowie wetterbedingte Brutausfälle wie letztes Jahr, oder auch der Einfluss des Klimawandels werden bei solchen Untersuchungen unzureichend berücksichtigt. Vielmehr ist es doch in letzter Zeit erkennbar, dass es einfacher erscheint den "Schwarzen Peter" den ehrlich und hart arbeitenden Landwirten unterzuschieben. Sie meinen, dass es keine Rebhühner und Wachteln mehr an Heckenstreifen gibt!? Um Sie vom Gegenteil zu überzeugen lade ich Sie gerne zu einer schönen Wanderung um Laudenbach ein. Entlang der Weinberge, Steinriegel und Hecken sind reichlich Rebhühner und Wachteln zu beobachten. Dünger, ob organisch oder mineralisch, enthalten Nährstoffe wie zum Beispiel Stickstoff, Phosphor und Kalium, welche eine Pflanze zur Ernährung braucht.

Keine Pflanze kann von "Luft und Liebe" wachsen und schon gar nicht Ertrag für die Ernährung von uns Menschen bringen. Pestizide sind Pflanzenschutzmittel, welche dem Schutz der Pflanze und der Lebensmittel dienen. Sachgerechter Einsatz dient gesunden Lebensmitteln in Verträglichkeit mit Natur und Umwelt.

Aber in einem haben Sie doch Recht, Herr Michelbach: Jeder einzelne Landwirt handelt in Verantwortung. In Verantwortung für seine Familie, für seine Flächen und Tiere, seine Umwelt, in der er und alle leben. Diese Verantwortung übt jeder Landwirt mit Sorgfalt aus, alles andere würde vor allem ihm selbst schaden, seinem eigenen Betrieb und seiner Lebensgrundlage. Sie stellen die Frage was uns gesunde Lebensmittel nützen, wenn deren Erzeugung Mensch und Natur krank macht. Wäre dies der Fall, wäre dann die Lebenserwartung in den letzten zehn Jahren um fast zwei Jahre auf jetzt 78 Jahre bei Männern und 83 Jahre bei Frauen gestiegen?

Wollen wir Lebensmittel aus anderen Ländern, deren Gesetze und Vorgaben wir nicht beeinflussen können?

Ein gutes Beispiel hierzu ist in der Geschichte die Textilindustrie. Wollen wir die Lebensmittelerzeugung ebenfalls in andere Länder fernab unserer Heimat verlagern? Da hat sicher niemand Interesse daran.

In diesem Sinne wünsche ich mir mehr Miteinander und Vertrauen in die heimische Landwirtschaft. Das wäre doch ein gutes Vorankommen im gesellschaftlichen Miteinander.

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 09.02.2017
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 15 Uhr

Das Wetter am 20.2.2017 in Tauberbischofsheim: Sprühregen
MIN. 4°
MAX. 8°
 

Kontakt zur FN-Lokalredaktion

Die Lokalredaktion der Fränkischen Nachrichten erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:

 
Sekretariat 09341/83 188
Fax 09341/83 122
 

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Joachim Löw

Sport allgemein

Löw stellt Weltmeister Götze und Müller nicht infrage

In seinen mehr als zehn Jahren als Bundestrainer hat Joachim Löw oft zu Spielern gehalten, obwohl es für sie im Verein nicht gut lief. Auf dieses Vertrauen können nun auch Götze und Müller zählen. Maßgeblich ist für Löw nur die Perspektive Richtung WM 2018. [mehr]

Im Test

Auf Abwegen zum Erfolg

Weiterstadt. Nun also auch Seat. Kaum ein Autohersteller kann es sich heute erlauben, nicht in den Markt der soften Geländewagen einzusteigen. Die Beliebtheit der Modelle aufgrund des höheren Sitzens bei knackigen Fahreigenschaften ist ungebrochen. Kurz nachdem die Mutter Volkswagen den neuen… [mehr]

Im Gespräch

Polaroid-Momente geben den Songs Tiefe

Philipp Poisel veröffentlicht sieben Jahre nach Erscheinen seines zweiten Solo-Albums gestern sein neues Album "Mein Amerika". Im Rahmen der Lieder im Schloss-Konzertreihe wird Philipp Poisel am 30. Juni ab 20 Uhr auf dem Schlosshof in Bad Mergentheim auftreten und sicherlich einige der neuen Songs… [mehr]

9. Festival Tanz Heilbronn

Bewegende Tage

"Nach jeder Vorstellung habe ich meine Klamotten ausgewrungen und den Schweiß in Flaschen gefüllt. Zwanzig Liter in zwanzig Jahren!", bilanziert eine Tänzerin ihr Leben. Die Szene stammt aus dem Stück "Water between three hands" der Kompanie Dance on. Das Berliner Ensemble besteht aus sechs Tänzern… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL