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Internationaler Opernkurs der Jeunesses Musicales Deutschland: In diesem Jahr steht die Mozart-Oper „Don Giovanni“ auf dem Programm in Weikersheim

Wenn adelige Damen schwach werden

Junges, temperamentvolles Musiktheater: Weikersheim erlebt wieder eine Mozart-Oper, "Don Giovanni", nach "Cosí fan tutte" vor zwei Jahren.

© Strein

Am Sonntag begann in Weikersheim die musikalische Hochsommerzeit, als die Teilnehmer des Internationalen Opernkurses der Jeunesses Musicales Deutschland anreisten. 80 junge Instrumentalisten des Bundesjugendorchesters, 40 Choristen aus fünf Ländern, 20 Opernsängerinnen und Sänger, Dirigent, Regisseur, Gesangsdozenten, Schneiderinnen und Schreiner - vor und hinter den Kulissen der Jungen Oper Schloss Weikersheim sind rund 150 Menschen in Aktion, damit es am 25. Juli heißt: Toi toi toi und Bühne frei für W.A. Mozarts "Don Giovanni". Ab dieser Woche finden zunächst musikalische und szenische Proben des internationalen Gesangs-Ensembles statt, bevor Anfang Juli Orchester und Chor dazu stoßen.

In den Gässchen der Weikersheimer Altstadt ist dann für die Sommermonate internationales Flair und Festivalstimmung zu spüren. Verführerisch ist auch der Bühnenheld dieses Sommers, Don Giovanni, "ein ausschweifender junger Edelmann", wie es im Libretto heißt. Sevillas größter Libertin, könnte man auch sagen. Und auch vor der Kulisse des Weikersheimer Renaissance-Schlosses werden adlige Damen schwach werden und die Contenance verlieren - Mozarts Musik ist einfach zu schön, um zu widerstehen. Doch Don Giovanni treibt sein Spiel zu weit, aus Verführung wird Mord und aus Leidenschaft Zügellosigkeit. Am Ende stürzt ihn seine unmoralische Lebensführung in den Abgrund. Don Giovannis Höllenfahrt - ein schaurig schöner Höhepunkt der Opernliteratur.

Es spielt das Bundesjugendorchester unter Leitung von Bruno Weil. Regie: Dominik Wilgenbus.

Die Mozartoper steht nach 1997 bereits zum zweiten Mal auf dem Spielplan der Jungen Oper Schloss Weikersheim. Die Tradition der Opernaufführungen der Jeunesses Musicales Deutschland reicht bis ins Jahr 1965 zurück. Damals waren die jungen Musikerinnen und Musiker noch privat bei Weikersheimer Familien untergebracht. Während die Junge Oper früher beim Publikum noch ein "Geheimtipp" war, begeistern heute glanzvolle Open-Air-Aufführungen alle zwei Jahre mehr als 10 000 Zuschauer aus ganz Deutschland.

In der Musikwelt ist der Internationale Opernkurs der JMD als eines der renommiertesten Förderprojekte für den Opernnachwuchs auf internationaler Ebene anerkannt. Für die Produktion von "Don Giovanni" hatten sich fast 250 junge Sängerinnen und Sänger aus über 20 Ländern, darunter Norwegen, Brasilien, Südafrika und Japan beworben. 16 von ihnen sind nun als Solisten mit dabei, ob als pfiffig-aufgeklärter Leporello oder als die für eine Liebelei durchaus aufgeschlossene Donna Anna oder skrupelloser Superheld Don Giovanni.

Für viele von ihnen markiert die Teilnahme an diesem internationalen Opernkurs in Weikersheim den Übergang von der Hochschule zu einer professionellen Karriere und ist deshalb eine große Karrierechance. Der Kurs ist geprägt vom freundschaftlichen und respektvollen Umgang. Gleichzeitig müssen sich die jungen Sängerinnen und Sänger unter professionellen Bedingungen beweisen.

Enthusiastisch arbeiten sie daran, ihren Fähigkeiten in der intensiven Arbeit mit dem künstlerischen Leitungsteam, mit Gesangsdozentinnen, Choreographen und Sprachcoaches den letzten Schliff zu geben, um das Publikum zu begeistern und sich den Intendanten einiger Opernhäuser, die regelmäßig als Talentscouts in den Weikersheimer Aufführungen sitzen, zu empfehlen.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem chinesischen Bassbariton Xiao Feng Cai, der beim Europäischen Gesangswettbewerbs Debut bereits im vergangenen Herbst seine sängerische Visitenkarte im Taubertal abgegeben und den Sonderpreis der Jeunesses Musicales Deutschland in Form eines Stipendiums für den Opernkurs gewonnen hatte.

Premiere ist am 25. Juli im Schlosshof Weikersheim. Weitere Vorstellungen am 26., 27., 28., 30., 31. Juli und am 2., 3., 4. August .

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 20.06.2013
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