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Stuttgarter Theater: Reeperbahn-Musical „Heiße Ecke“ bietet kurzweilige Show

Nuancenreiches, charaktervolles Spiel

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 15.02.2017

Seit 2010 gibt es auf dem Spielbudenplatz in Hamburg, als Nachfolger einer rund 20 Jahre zuvor abgerissenen, gleichnamigen Würstchenbude, den legendären Imbiss "Heiße Ecke". Bereits sieben Jahre zuvor wurde in dem gegenüber liegenden Schmidts "Tivoli" das Reeperbahn-Musical "Heiße Ecke" uraufgeführt. Jetzt hat dieses Kultstück, das bisher rund zwei Millionen Zuschauer sahen, den Weg von der Elbe an den Neckar gefunden. Von Freilichtbühnen einmal abgesehen, ist das Stuttgarter Theater der Altstadt erst das zweite deutsche Theater, das sich dieses Stücks annimmt.

Eigenständigen Wert

Weshalb eigentlich, fragt man sich nach der erfolgreichen, von Intendantin Susanne Heydenreich inszenierten Erstaufführung. Gewiss ist die "Heiße Ecke" ein nicht nur in Hamburg spielendes, sondern auch für die Stadt typisches Werk - ebenso wie übrigens die "Linie 1" für Berlin steht. Doch beide Stücke, bei denen man eine gewisse Verwandtschaft feststellen kann, haben über das Lokalkolorit hinaus einen eigenständigen Wert, der sie auch außerhalb der zwei Städte als nachspielenswert auszeichnet.

"Heiße Ecke", dessen Buch Thomas Matschoß und dessen Liedtexte Heiko Wohlgemuth geschrieben haben und dessen Musik von Martin Lingnau stammt, ist nicht nur eine gelungene musiktheatralische Reverenz an den Hamburger Stadtteil St. Pauli und seine knapp eintausend Meter lange Hauptstraße, die Reeperbahn.

Diese lockere Szenenfolge, in der - wie nun in Stuttgart - zehn Darsteller rund 50 Rollen verkörpern, ist zugleich eine Art eintägige Momentaufnahme eines kleinen Orts im weiten Umfeld des Amüsierviertels einer Großstadt. Und das ist denn auch das Interessante und Spannende, wem man da an der "Heißen Ecke" alles begegnet.

Da trifft man Junggesellen aus Pinneberg, die auf St. Pauli die Nacht zum Tag machen wollen. Da sucht ein altes Ehepaar das Lokal, in dem sie sich vor einem halben Jahrhundert zum ersten Mal begegnet sind und das es längst nicht mehr gibt. Dagegen steht die Currywurst-Verkäuferin auch in der Nachtschicht ihre Frau und bedient das bunte Völkchen, das sich bei ihr an der "Heißen Ecke" einfindet, wozu es dann auch noch die passenden flotten Sprüche dazu gibt.

Ihre Kundschaft sind Kleinkriminelle ebenso wie die im Rotlichtmilieu unvermeidlichen Huren und Zuhälter, die von ihrem Freund Verlassene, die nach Trost sucht, und auch Taxifahrer. Sie alle und noch viele andere begegnen sich an der "Heißen Ecke", nehmen miteinander Kontakt auf und gehen dann wieder ihre Wege.

Roter Faden

Schon die Autoren haben geschickt den roten Handlungsfaden durch die Geschichte gezogen, wobei die Texte einzelner Songs die Richtung vorgeben, wie etwa "Nie wieder ti amo", "St. Pauli saugt mich aus", "Die Liebe ist ein Geheimnis", "Reeperbahn" und "Der Engel von St. Pauli".

Der Vorlage entsprechend, serviert jetzt die Regisseurin Susanne Heydenreich, die zugleich, wie auch die anderen, in schnellem Wechsel und charaktervollem, nuancenreichem Spiel die unterschiedlichsten Rollen jeweils überzeugend interpretiert, eine unterhaltsame, kurzweilige Show, bei der sie die Choreografin Sorina Kiefer - die auch als Schauspielerin auftritt - gekonnt unterstützt.

Doch auch Bühnenbildner Siegfried Albrecht und die Kostümbildnerin Sibylle Schulze tragen mit ihren fantasievollen Arbeiten zum Erfolg dieser in jeder Beziehung sehens- und hörenswerten, jedem auch größeren Theater zur Ehre gereichenden Aufführung bei, deren beschwingte musikalische Leitung Mikael Bagratuni hat.

Doch was wäre das Ganze ohne die exzellenten Leistungen der als Schauspieler und Sänger gleichermaßen geforderten und ihren Aufgaben auch in komödiantischer Art und Weise vollauf gerecht werdenden und noch nicht genannten Darsteller Anetta Dick, Manuela Hansow, Bernadette Hug, Carolin Lamparter, Maxim Agné, Sascha Diener, Irfan Kars und Ambrogio Vinella, dem für die differenzierte Gestaltung und Charakterisierung von acht verschiedenen Personen ein Sonderlob gebührt. Hingehen und ansehen. Dieter Schnabel

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 15.02.2017
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