DAS NACHRICHTENPORTAL

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Kopf in den Sand

Von Hagen Strauß zu Angela Merkel und ihrem ruhigen Wahlkampfstil gegen SPD-Herausforderer Martin Schulz

Vielleicht liegt es an Angela Merkels langjähriger Erfahrung in ihren beiden Ämtern als CDU-Vorsitzende und Kanzlerin, vielleicht auch an ihrem Naturell - Merkel hat die Ruhe weg. Nichts scheint sie nervös zu machen oder aus der Reserve zu locken. Keine Krise, kein unfreundlicher US-Präsident und auch kein Herausforderer, der einen beispiellosen Hype rund um sich und die SPD ausgelöst hat.

Merkel setzt offenbar weiter auf das Vogel-Strauß-Prinzip: die Lage ignorieren, sich bloß nicht treiben oder antreiben lassen, obwohl die Umfragen für Martin Schulz und seine Genossen inzwischen stabil hoch sind. Das war von jeher ihre Strategie, und daran hält sie auch jetzt fest. Aber kann Merkel überhaupt kämpfen? Will sie die Macht wirklich verteidigen? Diese Frage stellt sich mittlerweile immer öfter in der CDU. Der Chor derer, die jetzt zügig mehr Dampf und mehr Feuer von der Kanzlerin erwarten, wird lauter.

Innerparteilich hat Merkel zwar schon oft unter Beweis gestellt, dass sie durchsetzungsstark ist. Ansonsten wäre sie nicht CDU-Vorsitzende geworden und wären die männlichen Alphatiere in der Union nicht einer nach dem anderen auf der Strecke geblieben. Aber kann sie tatsächlich Wahlkampf, vor allem einen harten Wahlkampf? 2005 musste Merkel gegen den Kampagnen-Berserker Gerhard Schröder antreten und hätte um ein Haar den sicher geglaubten Sieg vergeigt. 2009 hieß der SPD-Gegner Frank-Walter Steinmeier, 2013 dann Peer Steinbrück. Zwei Leichtmatrosen, keine Gefahr. Damals reichte es für sie aus, einfach nur sie selbst zu sein und nirgendwo anzuecken.

Mit Martin Schulz steht Merkel jedoch in diesem Jahr ein extrem starker Herausforderer gegenüber. Und nicht nur das: Die Kanzlerin tritt auch gegen eine unerwartete Euphorie an, gegen sozialdemokratische Zuversicht und damit gegen jede Menge Emotionen, die Schulz gekonnt über seine Partei hinaus bedient. Für Gefühle steht Merkel hingegen nicht. Das weiß man. Womit noch ein weiterer wichtiger Faktor ins Spiel kommt: Das ist die Mobilisierung der eigenen Leute. Was der Gegenseite derzeit perfekt gelingt, schaffen die Union und ihre Vorsitzende nicht. Zumindest belegen dies die aktuellen Umfragen. Deswegen ist Merkels Motto "Ruhe bewahren" in dieser Lage der falsche Ansatz. Denn wer zu lange ruht, kommt irgendwann nicht mehr in Gang.

Schulz kann man zwar durchaus vorwerfen, zu unkonkret zu sein. Das ist natürlich auch Strategie, um die Gute-Laune-SPD nicht zu verstören. Nur: Für Merkel gilt der Vorwurf genauso. Sie ist zwar auf den Weltbühnen präsent, da weiß man, wofür sie steht - für Europa, für den Euro, gegen nationalistische Bestrebungen. Alles bei ihr in guten Händen. Aber in der Innenpolitik ist kaum zu erkennen, womit Merkel eigentlich die Menschen von sich überzeugen und wie sie Schulz Paroli bieten will. So könnte die Wahl im Saarland am nächsten Sonntag zum ersten Weckruf werden. Für Merkel und ihre Partei.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 21.03.2017
  • Drucken
 
 
TICKER

Das Wetter in Tauberfranken

Tauberbischofsheim - Prognose für 0 Uhr

Das Wetter am 23.3.2017 in Tauberbischofsheim: bedeckt
MIN. 6°
MAX. 12°
 

Eishockey

Gespaltenes Ohr hält Ehliz nicht auf

Nürnberg. Trotz seiner Schock-Verletzung wird Eishockey-Nationalstürmer Yasin Ehliz im ersten Halbfinale der Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg voraussichtlich auflaufen. Im alles entscheidenden Viertelfinal-Spiel gegen die Augsburger war der 24-Jährige unglücklich von einem Schuss… [mehr]

mid Wächtersbach - Der Amarok ist der vielseitigste unter den 4MOTION-Nutzfahrzeugen von VW. Momentan ist er mit permanentem oder zuschaltbarem Allradantrieb zu haben.

Testberichte

Alles Allrad: VW's fantastische Vier

Vom Amarok kann man es noch erwarten, dass die freie Wildbahn sein Zuhause ist. Caddy und T6 aber sind landläufig nicht als Waldschrate bekannt. Doch wenn sie mit Allradantrieb aufgrüstet sind, umweht sie ein Hauch von Abenteuer. Ein Praxistest im Grünen. [mehr]

„Lommbock“

Würzburg spielt wieder eine Hauptrolle

Vor 16 Jahren drehte der aus Würzburg stammende Regisseur Christian Zübert in seiner Heimatstadt die Kifferkomödie "Lammbock". Die Geschichte um die beiden Kumpel Kai und Stefan, die über einen Schein-Pizzaservice Drogen verkaufen, wurde schnell Kult. Damals schon in den Hauptrollen: Moritz… [mehr]

Uraufführung

Intensives musikalisches Erlebnis

Die Hoffnung und der Wunsch nach Liebe gehören zusammen. Sie sind das verbindende Element, das sich wie eine Klammer um die drei Teile des Konzerts "Hoffnung" des Monteverdichors Würzburg unter Leitung von Matthias Beckert legte. Es war eine vielumjubelte Uraufführung in der Neubaukirche, als… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL