Landmaschinen

Landmaschinen Mannheimer Werk will die Zahl der hergestellten Traktoren leicht steigen

Lichtblicke bei John Deere

Mannheim.Das Geschäft von John Deere in Mannheim scheint in Fahrt zu kommen. Zwar langsam, aber immerhin. Dieses Jahr sollen im Werk voraussichtlich rund 26 500 Traktoren gebaut werden, 500 mehr als im vergangenen Jahr. Der Konzern nehme "positiven Tendenzen" wahr, wie ein Sprecher sagt. Der langjährige Durchschnitt aber - rund 35 000 gefertigte Traktoren - ist noch ein gutes Stück entfernt.

Die Erzeugerpreise, die Landwirte zum Beispiel für Milch erhalten, haben sich zwar etwas erholt. "Dennoch sind wir immer noch nicht auf dem Niveau, das die Landwirte bräuchten, um langfristig zu investieren", erklärt der Sprecher. Der Hintergrund ist einfach: Verdienen Landwirte mehr, sind sie eher bereit, sich einen neuen Traktor oder einen neuen Mähdrescher zu kaufen.

Die Lebensdauer solcher Maschinen ist unterschiedlich. Zehn bis 20 Jahre sind durchaus möglich. Anders als bei einem Auto zählen nicht die Kilometer, sondern die Betriebsstunden und die verrichtete Arbeit. Ein Traktor, der schweres Pflüggerät hinter sich herzieht, nutzt sich schneller ab als einer, der zum Düngen gebraucht wird. Aber auch bei Landmaschinen entwickelt sich die Technik schnell - neue Modelle werden über Satellit gesteuert (GPS), haben eine höhere Zugkraft oder mehr Komfort. Insgesamt rechnet John Deere damit, dass die Umsätze dieses Jahr um neun Prozent steigen werden. Während die Nachfrage in Europa im Vergleich zu früheren Zeiten (noch) bescheiden ist, gelten Länder in Südamerika als Wachstumstreiber. Vor allem Argentinien und Brasilien. Dort sei die Lage sowohl wirtschaftlich als auch politisch besser geworden, erklärt der Sprecher.

Beschäftigung stabil

Mannheim ist der größte Standort von John Deere außerhalb Nordamerikas. 3125 Menschen arbeiten hier. Die Beschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Von Mannheim aus werden Traktoren vor allem in europäische Länder geliefert, aber auch in die USA und nach Kanada. Zu den größten Konkurrenten von John Deere auf dem europäischen Markt zählen CNH aus den Niederlanden und Eco Technologies aus Österreich. In Deutschland ist John Deere nach eigenen Angaben größter Hersteller von Landtechnik.

Konzernweit ist der Gewinn im zweiten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 495 Millionen Dollar auf 802 Millionen Dollar (716 Millionen Euro) gestiegen. Nach Angaben des Sprechers liegt das an höheren Preisen und an mehr abgesetzten großen Maschinen - daran verdient John Deere besser als an kleinen. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf rund 8,3 Milliarden Dollar (7,4 Milliarden Euro).