Lebenslust

Freizeit Gerade Erwachsenen wird in Fahrgeschäften übel

Schwindelfrei im Karussell

Zuckerwatte essen, Dosen werfen oder durch die Einkaufsstände bummeln: Im Frühjahr sind Volksfeste gerade für Familien beliebte Ausflugsziele. Das Größte für die Kleinen sind natürlich die Fahrgeschäfte - möglichst hoch, wild und rasant. Nach der Fahrt heißt es dann "Noch mal! Noch mal!", während den älteren Mitfahrern oft schwindlig ist.

"Der Grund dafür sind unterschiedliche Signale von Augen und Gleichgewichtsorganen", sagt Professor Dr. Michael Platten, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Mannheim. Das Gleichgewichtsorgan sitzt im Innenohr und merkt, ob und wie wir uns bewegen. Die im Innenohr befindlichen Bogengänge sind mit einer Flüssigkeit, der Endolymphe, gefüllt. "Wenn wir uns bewegen, bewegt die träge Flüssigkeit kleine Härchen, die sogenannten Stereozilien, die die Information an das Gehirn weitergeben", erklärt Platten.

Zur Orientierung Punkt fixieren

Doch nicht diese verursachen den Schwindel beim Karussellfahren: "Während die träge Flüssigkeit erst einmal mit dem Innenohr in Bewegung ist, werden die Härchen nicht mehr bewegt und dem Gehirn wird signalisiert: Der Kopf bewegt sich nicht. Die Augen allerdings nehmen die Bewegung noch wahr", sagt der Mediziner. "Durch diese verschiedenen Informationen wird das Gehirn verwirrt und es kann zu Schwindel und Übelkeit kommen." Diese halten leider auch an, wenn man längst ausgestiegen ist. Dann signalisieren die Augen, dass man feststeht, während die träge Endolymphe noch nachschwappe und das Gleichgewichtsorgan reize, meint Platten.

Kindern geht es dabei oft deutlich besser als Erwachsenen. "Wissenschaftlich ist es noch nicht ganz geklärt, momentan geht man davon aus, dass Kinder eine andere Dichte an Rezeptoren haben, die Übelkeit verursachen", sagt Platten.

Was hilft aber, wenn man schon im Karussell sitzt und den Schwindel merkt? "Am besten einen festen Punkt am Horizont anschauen und ihn möglichst lange fixieren. Dadurch wird dem Auge klar, dass die Bewegung da ist und das Gehirn kann die Situation besser verarbeiten", rät der Neurologe.