Lebenslust

Selbstversuch Autogenes Training für innere Ruhe

Mantra der Entspannung

Archivartikel

"Ich bin ganz ruhig, ruhig und entspannt. Tiefe Ruhe zieht durch meinen ganzen Körper. Der Körper ist entspannt und ruhig", wiederholt Beate Schulz, Ausbilderin für Autogenes Training in Mannheim, mit ihrer beruhigenden Stimme immer wieder. Ich liege vor ihr auf einer Matte, die Beine aufgestützt, die Arme locker neben mir. Und soll entspannen. Trotz der angenehmen Atmosphäre in dem lichtdurchfluteten Raum ist das Nichtdenken schwer und ungewohnt.

"Wärme strömt durch den ganzen Körper, der ganze Körper wird von Wärme durchströmt", höre ich und versuche, weg von meinen Gedanken zum hier und jetzt zu kommen. Mit jedem neuen Satz werde ich schläfriger, muss gähnen, werde träger. "Der ganze Körper ist schwer und warm. Mein Atem ist ganz ruhig", sagt Schulz. 20 Minuten machen wir so weiter, während derer ich zunehmend gegen das Eindösen ankämpfe. Doch genau dieser Entspannungszustand, das "Vorschlafstadium" sei der Idealzustand zum Entspannen, meint Schulz.

Zweimal täglich üben

Wer Angst hat, im Liegen einzuschlafen, kann Autogenes Training auch im Sitzen praktizieren: entweder angelehnt an eine Wand oder in der so genannten "Droschenkutscherhaltung". "Dabei sitzt man mit einem nach vorne gebeugten Rücken eingesackt auf einem Stuhl oder Sessel", beschreibt Schulz. Was bleibt, sind die repetitiven Sätze, die per Autosuggestion Entspannung bewirken sollen. "Beim Autogenen Training geht man davon aus, dass mittels einer entspannten Psyche auch körperliche Anspannungen gelöst werden können", sagt sie.

Die innere Unruhe, die bei den ersten Trainingseinheiten ganz normal sei, lege sich nach einigen Wochen, meint die Trainerin. Zweimal täglich zehn Wochen lang sollte man üben, bis man es verinnerlicht habe, meint Schulz. "Am besten spricht man sich die Sätze ein und spielt sie dann beim Training wieder ab. Wenn man es auswendig aufsagt, muss man sich mehr konzentrieren und die Entspannung fällt schwerer", sagt Schulz. Noch schwerer ist nur das Aufstehen nach der Entspannung. Denn einfach mal rumliegen und entspannen - das tut gut.