Kommentar

Roger  Scholl zum wilden Verkehr in der Fußgängerzone

Wie gehabt – nur schlimmer

Es ist, so scheint es, eine Sisyphus-Arbeit: Kaum ist eine Kontrollaktion der Stadt auf den Planken abgeschlossen, stellen schon wieder wilde Parker ihre Wagen dort ab und fahren andere, die hier nichts zu suchen haben, in die Fußgängerzone und ihre Seitenstraßen ein. Jetzt, da die Einkaufsmeile ohnehin durch die Umbauarbeiten schmaler geworden ist, wirken Baustellenverkehr, wildes Parkern und unberechtigtes Einfahren dort allerdings im Zusammenspiel fatal. Hier im Slalomkurs herumlaufen zu müssen, hat mit gemütlichem Einkaufsbummel dann nur noch wenig zu tun. Und wer keinen Spaß hat, bleibt einfach weg – das spüren die Händler, die Personal und Miete zahlen, an guten wie an schlechten Tagen, schnell und deutlich in den Kassen. Eine gefährliche Spirale, zumal die Passanten-Frequenzzahlen in deutschen Innenstädten zurückgehen.

Dass die Stadt hier mit der von den Händlerorganisationen lange geforderten Umgestaltung der Planken gegensteuern und die Einkaufsstraße modernisieren will, ist wichtig. Sie hätte die Haltestellen dort ohnehin barrierefrei umbauen und die alten Gleisanlagen und Versorgungsleitungen ertüchtigen müssen. Das geht nicht ohne die Beeinträchtigungen, die solche Baustellen mit sich bringen. Diese müssen freilich möglichst gering gehalten werden. Das Thema Verkehr und Parkerei sollte man dabei allerdings sehr ernst nehmen. In der Vergangenheit setzte die Stadt immer mal wieder nach entsprechenden Klagen Schwerpunktkontrollen an – mit guter, doch nur kurzfristiger Wirkung. Die Konsequenz daraus kann nun nur langfristige und deutlich spürbare Überwachung sein.