Kommentar

Ungeheuerliche Reaktionen

Klaus Neumann über die Vorgänge um die Fuchsfamilie

Die Füchsin und ihre vier Welpen haben ihren Bau auf dem Areal der Ilvesheimer Kinderkiste verlassen. Die Gemeinde und die Kindertagesstätte können aufatmen - wenngleich es sicherlich noch Wunden zu lecken gibt. Denn die Entscheider haben eine üble Zeit erlebt, die man keinem wünscht. Hunderte von Mails - viele mit beleidigendem Inhalt - haben Tierschützer an die Verantwortlich geschrieben. Der eine oder andere hat dabei die gute Kinderstube gänzlich vergessen. Auch in den sozialen Netzwerken war die Fuchsjagd ein breites Thema. Viele Nutzer setzten sich für die Rettung der Tiere ein. Auch hier waren Schreiber nicht zimperlich in ihrer Wortwahl. Oder was soll man von einer "Tierschützerin" halten, die den Verantwortlichen die Pest an den Hals wünscht und bedauert, dass "man dumme Menschen nicht auch einfach legal abschießen darf". Unterirdisch!

Verantwortungsbewusst

Der Kreis der Gescholtenen hat eigentlich "nur" verantwortungsbewusst gehandelt und das Wohl von Kleinkindern höher gestellt als das von Wildtieren. Nicht auszudenken, ein Fuchs hätte ein Kind gebissen oder mit Fuchsbandwurm oder einer anderen Krankheit infiziert. Wie groß wäre dann der berechtigte Aufschrei gewesen?

Überhaupt nicht zu verstehen und ebenso wenig zu tolerieren sind Morddrohungen. Wie kann ein Mensch so weit gehen und aus angeblicher Sorge um Tiere seinen Mitmenschen nach dem Leben trachten zu wollen? Völlig unverständlich. Die Verantwortlichen von Gemeinde und Kinderkiste haben gar keine andere Wahl als diesen ungeheuerlichen Vorgang anzuzeigen.

Vor dem Hintergrund dieser Eskalationsstufe kann man der Füchsin eigentlich nur danken, dass sie mit ihrem Nachwuchs das Weite gesucht und möglicherweise Schlimmeres verhindert hat. Eines hat der Fall ungeschminkt gezeigt: Wenn es um Tiere geht, kennen manche Menschen gar kein Pardon.