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Montag, 21.05.2012

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Kreativer Kopf kommt aus Igersheim: Game-Designer Gerald Köhler gilt als „prägende Gestalt im Genre der Fußball-Management-Simulation im deutschsprachigen Raum“

Magath, Tuchel und Matthäus waren „Paten“

Von unserem Redaktionsmitglied Klaus T. Mende

Der Igersheimer Game-Designer mit Felix Magath (rechts) seinerzeit auf der Games Convention.

Der Igersheimer Game-Designer mit Felix Magath (rechts) seinerzeit auf der Games Convention.

© FN

Igersheim/Köln. Ein Game-Designer hat die Aufgabe, Spiele zu entwickeln, deren Regeln und Strukturen. Unterm Strich soll ein Produkt auf den Markt kommen, das bei den Kunden einschlägt wie eine Bombe. Gerald Köhler ist so ein Game-Designer, dem dies bereits mehrfach gelungen ist. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht zuletzt wegen seines Erfolges hat es der 42-Jährige sogar zu einem Eintrag bei "Wikipedia" geschafft. Und dort wird er als "eine der prägenden Gestalten im Genre der Fußball-Management-Simulationen im deutschsprachigen Raum" bezeichnet.

Wo ist da der lokale Bezug? So wird sich der Leser nun fragen. Der liegt mehr als vier Jahrzehnte zurück. Denn am 30. März 1969 erblickte der Diplom-Kaufmann in Lauda-Königshofen das Licht der Welt, in den nächsten gut 20 Jahren sollte Igersheim seinen Lebensmittelpunkt sein, bevor Gerald Köhler nach und nach gewissermaßen die Welt der kreativen Köpfe eroberte.

Heute ist der gebürtige Taubertäler einer von drei Gründern und Geschäftsführern der in Köln ansässigen Firma "Bright Future", einem unabhängigen Entwicklungsstudio, bei dem knapp 40 Personen tätig sind (siehe Extrabericht).

Gerald Köhler scheint zu jener Kategorie von Zeitgenossen zu gehören, in deren Kopf es ständig arbeitet, denen die Ideen nie ausgehen. So sei es dann doch nicht, lacht der "ausgewanderte" Igersheimer. "Ich kann sehr gut abschalten, am besten, wenn ich mich mit meiner kleinen Tochter beschäftige. Außerdem lese ich viel. Und ein Besuch in Igersheim ist immer gleichzeitig ein kleiner Urlaub." Hierfür nehme er sich die Freiräume. Allerdings gebe es Phasen, in denen es wenig Zeit zur Regeneration gebe. "So können wir es uns nicht erlauben, in den Sommerferien groß Urlaub zu machen. Denn dies ist die heiße Phase, in der die Spiele für das anstehende Weihnachtsgeschäft fertiggestellt werden müssen. 70 Prozent des Jahresumsatzes bei Computerspielen fallen in diese Zeit."

"Früh übt sich, was ein Meister werden will" lautet ein bekanntes Sprichwort. Und in der Tat hat's Gerald Köhler frühzeitig in den Fingern gejuckt, letztlich beruflich auf diesem Gebiet Fuß zu fassen. "Fußball und Computer haben mich schon immer interessiert. Von klein auf habe ich außerdem jedes Brett- und Computerspiel gespielt, das mir in die Finger kam", gibt er zu, die ideale Kombination also, um Karriere zu machen. Wer jetzt meint, es sei ein Kinderspiel, erfolgreich zu sein, irrt. Ausgestattet mit dem nötigen Willen, genügend Stehvermögen, großem Ehrgeiz und sehr viel Motivation, sozusagen die richtigen Voraussetzungen, musste sich der 42-Jährige Schritt für Schritt in einer Branche etablieren, in der am Ende nur mit zehn Prozent aller Spiele Geld verdient wird.

"Angefangen hat alles im kleinen Stil im Bad Mergentheimer Deutschorden-Gymnasium", blickt Gerald Köhler weit in die 1980er Jahre zurück. Und dabei muss er lächeln. Es sei an einem uralten Commodore-PC gewesen, als er zusammen mit einem Klassenkollegen in die Materie eingestiegen sei. "Es war das Spiel Blau-Weiß 90 Berlin gegen den VfB Stuttgart", erinnert er sich. "Wir haben das Ergebnis prognostiziert." Und er habe mit seinem Kumpel Feuer gefangen. Experimentierfreudig sei er schon immer gewesen, so habe er sich drangemacht, das Ganze weiter auszubauen. "Das hat Spaß gemacht. Zuerst hat der Computer nur ein Spiel berechnet, dann eine kleine Liga, dann hat er auch die Torschützen ermittelt. Es war faszinierend zu sehen, wie immer mehr hinzugekommen ist."

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