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Der neue Film: Damien Chazelles mit sieben Golden Globes prämiertes Musical „La La Land“ begeistert als Hollywood-Märchen

Zu schön, um wahr zu sein

Von unserem Mitarbeiter Gebhard Hölzl

Schau mir in die Augen, Kleines: Ryan Gosling und Emma Stone verlieben sich in "La La Land" vor der nostalgischen Kulisse eines Jazzclubs.

© SND

Schon bei seinem Erstling "Guy and Madeline on a Park Bench" hat sich der 1985 geborene Filmemacher Damien Chazelle an einem Musical versucht. Nun legt er mit "La La Land" nach. Und das höchst erfolgreich. Bei den Golden Globes heimste der Film in der Nacht zum Montag (wir berichteten) die Rekordzahl von sieben Trophäen ein: in den Kategorien bester Film (Musical oder Komödie), beste Schauspielerin in einem Musical oder einer Komödie (Emma Stone), bester Schauspieler in einem Musical oder einer Komödie (Ryan Gosling), bestes Drehbuch und beste Regie (jeweils Damien Chazelle), beste Filmmusik und bester Filmsong. Mehr geht nicht.

Das ist umso beachtlicher, weil das Genre Musical - ähnlich wie der Western - seine glorreichen Tage längst hinter sich hat. Darüber können auch gelegentliche Kassenerfolge wie "Les Misérables" oder "Chicago" nicht hinwegtäuschen. Besonders bemerkenswert ist zudem der Umstand, dass Chazelle hier weder einen Broadwayhit adaptiert hat noch auf erfolgreiche Songs zurückgreift, sondern durchweg auf beschwingte, ins Ohr gehende Originalstücke seines Stammkomponisten Justin Hurwitz zurückgreift.

Fulminant ist gleich der Einstieg. Auf einem Freeway von Los Angeles staut sich der Verkehr. Ein Hupkonzert setzt ein, nach und nach öffnen sich die Autotüren, die Leute steigen aus, beginnen zu singen und tanzen. Bei den Dreharbeiten wurde für diese Szene ein Straßenabschnitt gesperrt - undenkbar in den Tagen von Ginger Rogers und Fred Astaire, von Busby Berkeley und Vincente Minnelli, als solch komplizierte Revuenummern nur im Studio umgesetzt werden konnten.

Emma Stone – der Schauspielstar mit dem gewissen Etwas

  • Bereits mit elf Jahren war Emma Stone auf der Bühne des Valley Youth Theatre in Phoenix, Arizona zu sehen. 2004 zog die 1988 in Scottsdale, Arizona, geborene Schauspielerin mit ihrer Mutter nach Los Angeles, wo sie zu Hause unterrichtet wurde und versuchte, im Filmgeschäft Fuß zu fassen.
  • Erste Rollen landete Emma Stone beim Fernsehen, ehe sie in der Teen-Komödie "Superbad" ihr Leinwanddebüt gab. Nach kleineren Parts folgte 2010 die erste Hauptrolle in "Einfach zu haben". Seitdem ist der (gefärbte) Rotschopf mit der rauen, tiefen Stimme und den großen Augen eine feste Größe in Hollywood.
  • In Hits wie "The Amazing Spiderman" ist sie ebenso zu Hause wie bei erfolgreichen Arthouse-Produktionen ("The Help", "Magic in the Moonlight" oder "Irrational Man").
  • 45 Filmpreise konnte die extrem wandlungsfähige Darstellerin bislang gewinnen, eine Oscar-Nominierung erhielt sie als beste Nebendarstellerin in "Birdman". geh

Verweise auf die Kinogeschichte

Als Reminiszenz an Klassiker wie "Meet Me in St. Louis" funktioniert die Sequenz. Sie ist Teil einer anrührenden Liebesgeschichte, die ihrerseits im komplizierten Alltag des Hier und Heute verankert ist.

Dreimal kreuzen sich die Wege der Liebenden in spe, ehe sie sich schließlich kennenlernen. Mia (Stone) jobbt als Kellnerin, träumt von einer Karriere als Schauspielerin und hetzt von einem Vorsprechtermin zum nächsten. Sebastian (Ryan Gosling) hält sich als Barpianist über Wasser, von seinem Chef (J.K. Simmons) gedrängt, Gassenhauer zu spielen und auf Bebopeinlagen zu verzichten. Schmerzlich, strebt er doch danach, ein altmodisches Jazzlokal zu eröffnen.

Zunächst geraten die beiden sich kräftig in die Haare, bald schweben sie jedoch - ganz wortwörtlich - im siebenten Himmel. Bis sich Herzensangelegenheiten und Beruf nicht mehr vereinen lassen. Ein bekannter Plot Point, also eine plötzliche Wende im Gang einer Handlung - so etwa schon gesehen in "New York, New York", in dem Martin Scorsese einst (zum Teil) seine schwierige Beziehung zu Liza Minnelli aufarbeitete.

Überhaupt gibt es hier viele Referenzen, eine altmodische Kreisblende, die an die Frühzeit des Kinos erinnert, schwebende, fast schwerelose Tanznummern, vergleichbar mit den akrobatischen Einlagen Gene Kellys in "Du sollst mein Glücksstern sein". Nostalgisch kann man sich in der Filmgeschichte verlieren, in leuchtenden Farben und gut kadrierten Breitwandbildern schwelgen. Auf der einen Ebene. Auf der anderen geht es um Missverständnisse, Streitereien und verpasste Gelegenheiten, um das letztendliche Scheitern einer Beziehung - statt eines Märchens bittere Realität.

Wunderbar harmonieren Stone und Gosling - bereits zum dritten Mal nach "Crazy, Stupid, Love." und "Gangster Squad" - als Leinwandpaar. Sicher im Stil und mit präzisem Tempo- und Rhythmusgefühl weiß Chazelle zu inszenieren. Im Lauf der Jahreszeiten entwickelt er seine Geschichte, elegant verwebt er die Songs in der Handlung.

Alles ist im Fluss, Eskapismus pur bekommt man geboten - wäre da nicht die Realität, die sich immer wieder gnadenlos einschaltet. "La La Land" mutet an wie Kino aus einer vergangenen Zeit, wunderbar altmodisch und dann wieder modern. Einfach traumhaft schön.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 12.01.2017
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