Würzburg

Landgericht Würzburg Vater kommt acht Jahre hinter Gitter

Schlafende Tochter missbraucht und gefilmt

Würzburg/Lohr.Zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren hat eine Große Strafkammer des Landgerichts Würzburg einen 51-jährigen Mann aus Lohr, Main-Spessart-Kreis, verurteilt, weil er seine schlafende Tochter innerhalb von zwei Wochen in mindestens fünf Fällen missbraucht, die Manipulationen mit Finger oder Penis gefilmt und auf seinem Laptop abgespeichert hat. Tatzeit war kurz vor und nach dem zwölften Geburtstag des Kindes, das nach der Trennung seiner Eltern bei der Mutter lebte und im Rahmen des sogenannten Umgangsrechts regelmäßig den Vater aufsuchte.

Die Vermutung, dass der Mann das Mädchen mit Medikamenten in einen Tiefschlaf versetzt hat, "stand im Raum", konnte aber, so der Vorsitzende Richter Hans Brückner, nicht nachgewiesen werden. Auch Rechtsmediziner hatten Zweifel angemeldet, ob das Kind wirklich nur ganz normal schlief, wie der Angeklagte behauptet, und dennoch überhaupt nicht auf die Attacken des Vaters reagierte. Bei einer Hausdurchsuchung noch während des Strafprozesses konnte in der Wohnung des Angeklagten allerdings kein belastendes Material für eine gesteuerte Bewusstlosigkeit sichergestellt werden. Unmittelbar nach seiner Festnahme hatte der nicht vorbestrafte Mann noch behauptet, das Porno-Material auf seinem Laptop müsse ihm von der Ex- Frau "untergeschoben" worden sein.

Danach hat er allerdings bald ein Geständnis abgelegt, das vom Gericht strafmildernd berücksichtigt wurde, weil dem Opfer so die Vernehmung vor Gericht erspart blieb.

Die Missbrauchs-Fälle waren nur durch Zufall bekannt geworden: Eine Tochter des Angeklagten aus einer früheren Beziehung sollte den PC des Vaters "aufrüsten", und dabei ist sie auf eine Datei mit den kinderpornografischen Szenen gestoßen.

Bei Prozessbeginn war die Staatsanwaltschaft noch davon ausgegangen, dass der Angeklagte die Filme gedreht hatte, um sie weiter zu verbreiten.

In der Verhandlung gab der jedoch als Motiv "therapeutische" Gründe in eigener Sache an: Er leide seit einigen Jahren unter Erektionsstörungen und habe sich mit den Filmen "anmachen" wollen.

Insgesamt wurden 13 Videofilme mit einer Länge von 21 Sekunden bis zu über fünf Minuten sichergestellt und 29 Bilder. Gefilmt hat der Angeklagte immer zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden.