Leserbrief

Leserbrief Zu den Asylbewerbern in Adelsheim

"Erste Schritte in die Integration sind damit getan"

In den Medien hören und sehen wir fast täglich von den Flüchtlingen, die zu uns nach Deutschland kommen. Seit Mitte Juni sieht man hier im Städtchen immer wieder neue Gesichter von Asylbewerbern. Sie sind oft auf abenteuerliche Weise aus Syrien beziehungsweise dem Irak hierhergekommen. Krieg und Terror haben sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. 49 Männer wohnen bislang in den gelb-orangefarbenen Containern im Friedrich-Gerner-Ring.

Seit Ende letzten Jahres bemühen sich zahlreiche Ehrenamtliche, den Flüchtlingen die Eingliederung zu ermöglichen. Der Erwerb von Sprachkenntnissen ist dabei eine Grundvoraussetzung.

Von Montag bis Freitag finden in einem Container an jedem Vormittag Sprachkurse statt. Jede zweite Woche lädt eine Teestube zum geselligen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im evangelischen Gemeindehaus ein. Regelmäßig finden begleitete Fahrten zum Landratsamt, zum Arbeitsamt, zum Arzt oder zur Kleiderkammer statt. Auch in einem begleiteten Kochkurs werden neue Kenntnisse erworben.

Fußball mit seiner internationalen Sprache führte sehr schnell zum gegenseitigen Kennenlernen. Viele freundliche Spender haben Fahrräder, Fernsehgeräte oder Gebrauchsgegenstände bereitgestellt. Auch finanzielle Unterstützung ist eine sehr willkommene und notwendige Hilfe.

Zur großen Freude der Asylbewerber hat Louis von Adelsheim sie mehrfach in den Schlosspark zu "Adelsheim leuchtet" eingeladen und führte sie durch die Ausstellung. Sie bedankten sich mit einer Einladung zum Grillfest am Ende des Ramadan.

Bei der "Nacht der 10 000 Lichter" halfen die Asylbewerber zum Abschluss beim Aufbau und beim Aufräumen in der Innenstadt. So erlebten sie bei diesem fröhlichen Megafest in der Innenstadt ein gutes Miteinander mit den Einheimischen.

Schritte in die Integration, ob hier in Adelsheim oder dann an anderen Orten, sind damit getan.

Mit der Suche nach Arbeit und einer eigenen Wohnung geht der lange Weg in die neue Zukunft jedoch noch weiter. Der Kreis der Ehrenamtlichen würde sich sehr über weitere Mithilfe aus der Bevölkerung freuen.