Leserbrief

Leserbrief Zu "Das sind Zustände wie im Wilden Westen" ( FN 8. April 2017)

Ein merkwürdiges Rechtsverständnis

Darüber, ob es "normal" ist, eine Baumaßnahme im Wald nachts um 4 Uhr zu beginnen, mag man ja noch geteilter Meinung sein. Die Gründe dafür wissen alleine die leitenden Herren der Zeag und der ausführenden Rodungsfirma.

Wie allerdings dabei vorgegangen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Wenn von der Windkraftfirma beauftragtes Security-Personal den Bürgern den Zugang zum Wald verwehrt, nach Empfehlung der Polizei auf Privatgrund abgestellte Fahrzeuge einfach abtransportiert werden und ohne Erlaubnis Bäume gefällt werden, hat das eine ganz andere Qualität.

Trotz mehrfacher Aufforderung konnten die anwesenden Herren der Zeag keine Genehmigung dafür vorlegen. Sie gingen wohl davon aus, dass geschaffene Tatsachen eine Genehmigung im Zweifel ersetzen werden.Der Sprecher der Windkraftfirma nannte diese Vorgehensweise in einem Interview ja auch "einen ganz normalen Vorgang".

Wenn solche Wildwestmanieren "normal" sind und Herrn Bürgermeister Kremer anschließend nichts mehr dazu einfällt, als die Herren der Zeag schriftlich zu bitten, mit dem Weiterbau so lange zu warten, bis die Rechtslage geprüft ist, diese sich aber nicht daran halten, dann können wir Bürger nur gespannt sein, wie künftig beim Bau von Windrädern mit uns verfahren wird.

Unser Herr Bürgermeister ist ja auch der Meinung, dass die Bäume entlang dem Scheiterschlagweg gefällt werden und der Weg verbreitert werden dürfe, egal ob mit oder ohne Zustimmung der Eigentümer, denn das Grundstück sei ja immer noch das Eigentum des Besitzers.

Offensichtlich haben die Boxberger Stadträte, der Zeag-Gesellschaft die Tür geöffnet haben, und die Genehmigungsbehörden das Heft nicht mehr in der Hand, sobald es um den Ausbau der Windkraft geht.