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Texte der Heimatserie der Fränkischen Nachrichten stehen im Mittelpunkt der aktuellen Staffel des FN-Projekts Mundart. Passagen aus ausgewählten Texten werden von den Autoren jeweils in die Mundart übertragen. Heute erscheint der letzte Beitrag in dieser Staffel. Und dabei geht es um einen Ausschnitt aus dem Beitrag "Die Mamma von der Amalfi-Küste", der am 10. September in den FN erschienen ist.
Danach geht das Projekt in die Weihnachtspause. Weiter geht es dann am 20. Januar.
Originaltext in Hochdeutsch
Wie eine Patriarchin sitzt Mamma Cinque an ihrem 80. Geburtstag da, umringt von ihren zahlreichen Kindern und Kindeskindern. Seit über 50 Jahre wohnt sie in Buchen, hatte viele Jahre den Haushalt einer großen Familie geführt und die familiären Kontakte gepflegt. Sie ist sie in Buchen heimisch geworden. "Ich habe die Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, nie bereut", sagt sie, ihre jüngste Tochter Anna teilt diese Feststellung.
In Deutschland hatte das Wirtschaftswunder an Fahrt aufgenommen. Arbeitskräfte fehlten, und die junge Bundesrepublik hatte im Jahr 1955 ein Anwerbeabkommen mit dem italienischen Staat abgeschlossen. Und so reiste im Juni 1960 zunächst der Vater allein gen Norden. Vier Monate später ließ er seine Familie nachkommen. Der Buchener Bahnhof wurde zum Schlüsselerlebnis.
Mitarbeiter der Firma Reum, bei der ihr Mann arbeitete, unterstützt von Gertrude Reum, holten sie ab und brachten sie in das Gasthaus "Zur Rose" in der Obergasse. Eines Tages kam ein eigenes Heim. Das Startkapital von 2.000 Mark hatte Mamma: heimlich vom Haushaltsgeld etwas beiseitegelegt. Und so zogen Buchens erste Italiener bald in ihr eigenes Haus im Gladiolenweg, wo die Mamma heute noch wohnt.
Sie hat nie die Sehnsucht nach Italien gehabt, sagt Anna. "Was soll ich dort? Meine Kinder, meine Familie sind hier." Aus dem Abenteuer Deutschland wurde Heimat.
Altheim (Josef Seitz)
Die Modder vun de Amalfi- Küschde
Wie e' Patriarchin sitzt Modder-Cinque an ihrm 80-zichschde Gebortschdaach do. Ümmeschrümm die Haufe Kinn un Kindeskinner. Seit übber 50 Johr wohntsch in Buche, hott viel Johr de Hauschhalt innere grouße Familje gführt, un Kondakte gepfleecht. Schie iss in Buche heemisch worn. "A' die Entscheidung, noch Deutschland zu kumme hotsch nie bereut", säjchtsch zu de jüngschde Dochder Anna, dies a' bejahte.
In Deutschland hott des Wirtschaftswunder an Schub zugnumme un viel Arbeiter häbbe gfehlt. Die junge Bundesrepublik hott im Johr 1955 e' Owerbeabkumme mit dem italienische Staat abgschlosse. Sou iss de Vader im Juni 1960 ä lee in de Norde gfahrn. Vier Monet später hodder saj ganzi Familie nochkumme glosst. Sou iss de Buchemor Bahnhouf zum Schlüsselerlebnis worn.
Vun Mitarbeiter der Firma Reum, bei der ihr Mann gschafft hott, sänsch abkollt worn. Die häbbesch ind Wertschaft "Zur Rousche" gebrocht, undorschdützt iss der ganze Empfang vun de Gertrude Reum worn.
Einiche Wuche speter hott mor vun ämme eichene Heim gschwärmt, weil die Modder 2000 DM heemlisch vun ihrm Hauschhaltschgeld uffd Seide gläjcht hott, iss des wohr worn. Sou senn de Buchemor ihr erschdi Italiener scho in ihr eichenes Hausch eigezoche, im Gladiolenweg, wo die Modder heut no wohnt. "Schie hot nie Heemwej noch Italie katt", säjcht et Anna. " Was soll ich dort? Mei Kinn un mei familie senn do".
Aus dem Abenteuer Deutschland iss Heemet worn.
Hettingen (Karl Mackert)
Ed Mamme vun der Amalvi Küschde!
Als Padriarchin högg'd Mamme Cinque an ihrm 80.Geburdsdach do, ümmeschrüm senn ihr viele Kinn und Enkelkinn. Scho über 50 Johr wohndsch jetzd in Buche, un hodd viele Johr de Hauschhald vunnere großi Familie gführt un hodd a de Haufe zsamme ghalde.
Schi is in Buche heimisch worn. "Dass ich noch Deudschland gange bin habe nädd bereud, hodsch zu ihrer jüngschde Dochter Anna do ledschd g'sad.
In Deudschland war grad des Wördschaftswunder voll oglafe, un es fehlde an Arbeidskräfde hinne un vorn. Desdeweche hod schon 1955 die Bundesrebublik mit Idalie en Owerbeabkumme gedroffe.
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