Gemeinsam spielen mit und ohne Behinderungen:
Außengelände der Pater-Alois-Grimm-Schule soll umgestaltet werden
Die Ideen der Schüler werden umgesetzt
Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Marinelli
Zahlreiche Ideen, wie das Außengelände der Pater-Alois-Grimm-Schule künftig aussehen soll, wurden bei den Planungswerkstatt-tagen gesammelt. Dazu bauten die Schüler Modelle aus Naturmaterialien, denn solche sollen auch bei der Umsetzung des Vor-habens verwendet werden.
© Pater-Alois-Grimm-Schule
Külsheim.
Ihre Pater-Alois-Grimm-Schule (PAGS) stetig weiterzuentwickeln, haben sich die Külsheimer Schüler und Lehrer auf die Fahnen geschrieben. Dazu wurde vom "Planungsteam Schulgelände" nun ein neues Projekt auf den Weg gebracht, an dem sich alle, "von der ersten bis zur neunten Klasse", beteiligen, wie Rektor Joachim Uihlein im Gespräch mit den FN erfreut erklärte. Unter der Überschrift "Gemeinsam spielen mit und ohne Behinderungen" soll in den nächsten Jahren mit Hilfe des Vereins "Naturspur" das Außengelände der PAGS umgestaltet werden. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt, mit dem man im April beginnen möchte, sind auf rund 14 000 Euro veranschlagt. Zur Finanzierung will die Schulfamilie mit verschiedenen Aktionen beitragen.
Frühere Projekte
Zur Gestaltung des Außengeländes habe es schon verschiedene Aktionen gegeben, blickte Uihlein zurück. Dabei seien beispielsweise im Rahmen von Projektprüfungen von Schülern eine Tor- und Kletterwand oder die Schaukel für die Grundschüler aufgebaut sowie die Mountainbikestrecke eingerichtet worden. Diese können alle Kinder und Jugendlichen der Stadt auch in ihrer Freizeit nutzen.
Die geplante Umgestaltung des Außengeländes der Külsheimer Pater-Alois-Grimm-Schule (PAGS) kostet viel Geld. Allein der erste Bauabschnitt wird nach den Berechnungen der Beteiligten mit zirka 14 000 Euro zu Buche schlagen. Mit verschiedenen Aktionen wollen Lehrer und Schüler der Einrichtung das Projekt mitfinanzieren, wie Rektor Joachim Uihlein erklärte.
Ein Beitrag dazu war bereits die Weihnachtstombola im vergangenen Jahr.
Erstmals stattfinden soll im Frühsommer die Veranstaltung "Schüler laufen für Schüler".
Die Lehrerband "Page" veranstaltet mit Unterstützung von Eltern am Samstag, 31. März, einen Rock- und Popabend in der Festhalle.
Im Rahmen des Projekts "Ideen - Initiative - Zukunft" der Drogeriemarkt-Kette dm sitzen Lehrer der PAGS am Mittwoch, 29. Februar, an der Kasse der Tauberbischofsheimer Filiale des Unternehmens. Wie Uihlein sagte, erhält die Schule die Einnahmen, die dort zwischen 15 und 15.30 Uhr erzielt werden, als Spende.
Solche hofft man, auch von anderen Unternehmen zu erhalten. Diese haben oder werden noch vom "Planungsteam Schulgelände" Post erhalten. In ihrem Brief stellen die Schüler das Projekt vor und bitten um Unterstützung.
Wer das Vorhaben finanziell unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort "Schulgelände" Spenden auf folgendes Konto bei der Volksbank Main-Tauber einzahlen: Kontonummer: 1661809; Bankleitzahl: 67390000. su
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Durch den an der PAGS eingeführten Ganztagesbetrieb verbringen viele Mädchen und Jungen ihre Mittagspause auf dem Schulgelände. "In dieser Zeit sollen sich die Kinder auch bewegen", betonte Uihlein. Gleichzeitig müsse es für sie Rückzugsmöglichkeiten geben.
Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Entsprechend erfreut zeigten sich die Schulverantwortlichen, als Lehrer Ralf Fiederling den Kontakt zu dem in Ludwigshafen ansässigen gemeinnützigen Verein "Naturspur" herstellte, der bereits das Lernhaus Ahorn bei einem ähnlichen Projekt unterstützt hat.
Alle sind beteiligt
Wie es auf der Homepage des Vereins heißt, will dieser neben der Natur- und Umweltbildungsarbeit "naturnahe Spiellandschaften mit Kindern, Eltern, Anwohnern . . . im partizipativen Verfahren" entwickeln und gestalten. Diese breit gestreute Beteiligung, im Fall der PAGS aller Kinder und Jugendlichen von der ersten bis zur Abschlussklasse, ist es, was Uihlein besonders begeistert.
Für die Organisation der Aktion, bei der ausschließlich Naturmaterialien verbaut werden sollen, zeichnet im Rahmen des themen-, interessen- und projektbezogenen Unterrichts (TIP) seit September das von Lehrer Fiederling geleitete "Planungsteam Schulgelände" verantwortlich. Ihm gehören jeweils zwei Acht- und Neuntklässler an. Nachdem diese das Vorhaben in einer Präsentation dem Schulträger (Stadt Külsheim) und der Schulleitung vorgestellt hatten, trafen sie sich mit Vertretern des Lernhauses Ahorn zum Erfahrungsaustausch.
Ralf Fiederling war gegenüber den FN voll des Lobes für das überdurchschnittliche Engagement der Schüler, "auf die ich mich verlassen kann". Weiter hob er hervor, dass die Jugendlichen für die Aktion "auch viel Zeit außerhalb des Unterrichts opfern".
Inzwischen waren aber auch ihre Schulkollegen aller Altersstufen gefragt. Das Planungsteam stellte mit Unterstützung von Naturspur-Mitarbeitern im Rahmen der Planungswerkstatttage seinen Mitschülern das Vorhaben vor. Dann hieß es, Ideen zu sammeln.
Über 100 Modelle
Während die Erstklässler ihre Vorstellungen zur künftigen Gestaltung des Außengeländes aufmalten, verfassten die Älteren Beschreibungen, zeichneten Skizzen und bastelten - teilweise in Gruppen - Modelle. Am Ende waren es über 100 Entwürfe, "und alle 350 Schüler haben mitgemacht", stellte Uihlein stolz fest. Das stärke die spätere Identifikation mit dem Geschaffenen.
"Es waren auch verrückte Sachen dabei", gab der Rektor zu, als er schmunzelnd einige der teilweise sehr fantasievollen Vorschläge aufzählte. Diese reichten vom Wellnesstempel über die "Chill-Ecke" und eine Rutsche mit drei Kurven bis zum "Raucherhüttle". Letzteres "ist aber out", erteilte der Rektor der Erfüllung dieses Wunsches eine klare Absage. Es seien aber auch tolle Dinge dabei gewesen, bekannte er zugleich. Richtig ins Schwärmen geriet er, als er von einem Baumhaus sprach, das über eine Hängebrücke für Rollstuhlfahrer zugänglich wäre.
Was von all den Ideen umgesetzt werden wird, wollen die Beteiligten in den nächsten Wochen entscheiden. Im März sollen bei einem Informationsabend für alle Interessierten die Umgestaltungspläne durch Naturspur-Mitarbeiter vorgestellt werden. Die erste Bauphase für das Spiel- und Klettergelände ist vom 16. bis 30. April terminiert.
Helfer sind gefragt
Dabei hoffen die Initiatoren auf tatkräftige Unterstützung, egal ob in Form einer Finanzspritze oder via Muskelkraft: "Es wird jede Hand gebraucht." Der Rektor und Ralf Fiederling zeigten sich zuversichtlich, während der Bauwoche Hilfe zu erhalten. Denn, so der Pädagoge, zahlreiche Eltern hätten bereits ihr Interesse bekundet.
Nun hofft man in der Schule darauf, dass so mancher die gute Sache mit einer Spende unterstützt. Die Stadt Külsheim und die Schulverwaltung haben bereits "ihre finanzielle Hilfe zugesichert", heißt es in dem Brief, in dem das Planungsteam bei Firmen und Unternehmen um einen Zuschuss wirbt. Doch auch die Schulfamilie selbst will Geld in die Kasse bringen (siehe dazu die Infobox).
Nun warten alle auf die Auswertung der eingereichten Ideen. Rektor Joachim Uihlein: "Ich bin gespannt, wie das Areal am Ende aussehen wird."
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